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Rekord bei Kerkwitzer Reitturnier

Der Kerkwitzer Lokalmatador Marko Müller konnte mit Cornet M nicht unter den ersten Besten landen.
Der Kerkwitzer Lokalmatador Marko Müller konnte mit Cornet M nicht unter den ersten Besten landen. FOTO: Jana Pozar
Kerkwitz. Rekordverdächtig sind die Starts – mehr als 600 – am Wochenende beim Kerkwitzer Reitturnier gewesen. Etwa 130 Reiter mit 237 Pferden aus Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg kämpften um Punkte und Siege. Pferdefreunde und Liebhaber des Springreitens kamen auf ihre Kosten. Jana Pozar /

Trotz des eisigen Windes riss die Schar der Besucher des Reitturniers in Kerkwitz nicht ab. Dieses Spektakel wollten sich Fans nicht entgehen lassen. Schließlich hatten die Organisatoren auch für ein buntes Rahmenprogramm für Groß und Klein gesorgt. Überhaupt schien es, als ob vor allem die kleinen Damen neugierig auf die großen Pferde waren. "Wir sind wegen unserer Töchter hier", verriet Mandy Nattke aus Guben. Ihre fünfjährige Tochter Nika ist eine Pferdenärrin. Allegra Kanig (4) sprang mit bunt geschminktem Gesicht vergnügt auf den Spielgeräten neben dem Sportplatz herum. "Sie ist ein wenig traurig, dass es hier keine Ponys gab. Sie wäre gern mal geritten", sagte Mutter Michaela Kanig. Beide Mütter schwärmten indes vom selbst gebackenen Kuchen der Kerkwitzer Frauen.

Der Kerkwitzer Marko Müller war der Lokalmatador beim Springreiten der Klasse M. Er belegte bei verschiedenen Wettkämpfen in der Region bereits vordere Plätze. Doch ein Heimspringen sei etwas ganz anderes. "Ich sehe das Ganze überhaupt nicht als Heimvorteil. Dazu bin ich viel zu aufgeregt", versicherte er. Seine Aufregung war tatsächlich zu spüren, denn er riss mit Cornet M eine Stange vom Hindernis. Letztlich landete der Kerkwitzer im guten Mittelfeld.

Beifall nach dem Parcours

Angespornt wurden die Reiter vom Publikum kaum, was aber daran lag, dass die Gäste die Rösser mit Applaus nicht aus der Ruhe bringen wollten. Geklatscht wurde nach Abschluss des Parcours. "Es sieht so wahnsinnig elegant und leicht aus, wenn die Pferde über die Hindernisse springen. Aber ich bin sicher, dass eine Menge Arbeit, Disziplin und Können dahinterstecken", schwärmte Melitta Schneider aus Brieskow-Finkenheerd.

Pietsches, das Pferd von Patrick Schmiedeberg vom Reitverein in Jühnsdorf, machte indes eine kleine Pause auf dem Feld neben dem Parcours. Liebevoll wurde es gepflegt und versorgt von Friederike König und Svenja Kruzikat. "Wir sind die Turnierpfleger. Satteln die Pferde, machen sie schick für den Wettkampf und helfen beim Abspringen beim Testreiten vor dem Wettkampf", erklärte Friederike König lachend, während sie dem Pferd ein paar Streicheleinheiten schenkte. Der erfahrene Springreiter Patrick Schmiedeberg schwärmte: "Es ist ein schönes Turnier hier in Kerkwitz. Der Parcours ist zwar schwer, aber gut zu reiten", versicherte er. Zudem sei das Reitturnier im April in Kerkwitz die erste Möglichkeit für Pferde und Reiter, nach der Hallensaison endlich wieder draußen zu reiten. "Es ist also die erste Bewährungsprobe im neuen Jahr im Freien." Die Pferde seien deshalb ebenso aufgeregt wie die Reiter. Das könne sich allerdings in kleinen Fehlern widerspiegeln. Ursachen dafür können aber auch unerfahrene Pferde oder Reiterfehler sein. Einige Rösser haben am Wochenende die Balken mit ihren Vorderbeinen beim Springen über die Hindernisse herabgestoßen. "Das tut den Pferden aber nicht weh, die Füße sind gut bandagiert und meist stoßen sie sowieso nur mit den Hufen gegen die Balken", so Patrick Schmiedeberg.

Besondere Herausforderung war das Hindernis vom Bauernhof Schulz in Atterwasch. Die großen Tierbilder ließen manch Pferd stoppen. Doch die meisten Vierbeiner waren Profi genug, um auch dieses Hindernis ohne große Mühe zu bewältigen.

Lars Michaelis aus Pausin begleitete Tochter Chiara zum Traditionsturnier nach Kerkwitz. "Die Organisation hier ist fantastisch. Tolle Leistung", betonteMichaelis.

Organisatoren zufrieden

"Das Reitturnier ist wieder genau so, wie wir uns das vorgestellt haben", versicherte Steffen Kraut vom Kerkwitzer Kleintierzüchterverein, der seit acht Jahren das Turnier organisiert. Er schwärmte dabei mit leuchtenden Augen vom Programm der Kinder der Kita Waldhaus. "Sie waren wieder zauberhaft." Krautz betonte einmal mehr, dass ohne Sponsoren, "die den Kerkwitzern seit Jahren die Treue halten", ein solches Turnier nicht möglich wäre. Steffen Krautz lobte auch das Engagement und die Akzeptanz der Kerkwitzer. "Die Anwohner haben an diesem Wochenende eine Menge Einschränkungen. Angefangen vom Lärm bis hin zu Verkehrseinschränkungen." Das zeige einmal mehr, dass die Dorfbewohner gut zusammenhalten.

Fest steht bereits jetzt: Auch für das kommende Jahr wollen die Kerkwitzer wieder ein Reitturnier organisieren.