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| 02:33 Uhr

Reden, reden, reden - über die Perspektive der Lausitz

Cottbus/Forst. Ein neuer Verein will den zivilgesellschaftlichen Part für den Strukturwandel in der Lausitz übernehmen. Länderübergreifend soll auch ein unabhängiges Bürgerbünsndnis entshen, Christian Taubert

Es ist mehr als ein Jahr her, dass sich im Spreewalddorf Raddusch der Verein "Lausitzer Perspektiven" gegründet hat. Der Name deutet unweigerlich darauf hin, dass sich die Mitglieder für die Lausitz und den Strukturwandel in der Region engagieren wollen. Wieder ein Kümmerer? Der wie vielte eigentlich?

Das sieht Vereinschefin Dagmar Schmidt differenzierter: "Es hat keine Plattform für Leute gegeben, die sich in den Prozess des Strukturwandels einbringen wollen." Die in Raddusch (und Berlin) lebende Mitarbeiterin einer Schweizer Stiftung hat im Vorfeld der Vereinsgründung 65 Tiefeninterviews in der Region geführt. In denen sei zum Ausdruck gekommen, "dass sich viele Lausitzer in den Strukturwandel einbringen wollen", erläutert die Vorsitzende.

Aber neben den verschiedenen Initiativen, die sich mit dem Wandel und der Zukunft der Region befassen, habe es kein Forum dafür gegeben. "Zivilgesellschaftliches Engagement darf in diesem Prozess aber nicht unberücksichtigt bleiben. Vorschläge und Ideen müssen in die Erarbeitung eines Leitbildes für die Region nach der Kohle einfließen", sagt Dagmar Schmidt. Mit der Lausitzrunde aus 23 Bürgermeistern und Landräten aus Sachsen und Brandenburg stehe der Verein im Austausch. "Wir wollen den Strukturwandel auf zivilgesellschaftlicher Ebene diskutieren und diese Facette in den Leitbildprozess einbringen."

Die Vereinsbildung sieht die Chefin auch als Reaktion darauf, dass bisher ein unabhängiges Bürgerbündnis fehlte, das Zukunftsperspektiven für die ganze Region entwickelt, also für alle Teile der Lausitz in Brandenburg, Sachsen und in Polen. "Diese Lücke will Lausitzer Perspektiven schließen", heißt es in einer Lausitzer Erklärung der rund 20 Vereinsmitglieder.

Zum Start der Vereinsarbeit hatte Dagmar Schmidt für die Arbeit von "Lausitzer Perspektiven" vor allem versprochen: Dialog. "Unser Programm heißt reden, reden, reden." Dass sich die ganze Lausitz an einen Tisch setzt und darüber spricht, was nach der Kohle in der Region kommen soll: "Genau das fehlt bisher."

Den Start in die Öffentlichkeit vollziehen die "Lausitzer Perspektiven" am heutigen Freitag in Forst. Beim ersten von zunächst drei Kamingesprächen zum Strukturwandel in der Lausitz ist als Gast Nils Schnorrenberger von der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung eingeladen. Es findet um 18 Uhr im Kompetenzzentrum in Forst statt.

Anmeldungen: veranstaltung@lausitzer-perspektiven.de