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| 15:58 Uhr

Die Rosenstadt im Fernsehen
Forster Schmuckstück als Drehort

Tischlermeister Dietmar Schulz (2.v.r.) und sein Mitarbeiter Viktor Kriwonos restaurieren seit zwei Jahren die Türen der Cattien-Villa.
Tischlermeister Dietmar Schulz (2.v.r.) und sein Mitarbeiter Viktor Kriwonos restaurieren seit zwei Jahren die Türen der Cattien-Villa. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Das RBB-Heimatjournal war am Mittwoch in der Cattien-Villa, gesendet wird am Samstag. Von Steffi Ludwig

Sie gilt als eines der schönsten Gebäude zwischen Dresden und Potsdam – und deshalb war die Forster Cattien-Villa am Mittwoch einer der Drehorte für das Heimatjournal des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). „Es ist so viel passiert in der kleinen Stadt an der Neiße, und wir können unseren Zuschauern eine Reise nach ,Forschte’ nur empfehlen“, sagte die verantwortliche Journalistin Dagmar Lembke.

Mit ihrem Drehteam und Moderator Ulli Zelle startete sie am Mittwochmorgen zunächst auf dem Forster Markt und an der Langen Brücke am Kegeldamm, bevor es in die Villa Cattien ging. Hier wartete der Forster Bauunternehmer Michael Lindner, dessen Cattien GbR die Villa seit drei Jahren gehört. Noch etwas Puder auf die Nasen von Lindner und Zelle, und dann begannen die Dreharbeiten. Mehrfach musste wiederholt werden, da unter anderem ein lautes Laubgebläse im benachbarten Stadtpark störte.

rbb-Dreharbeiten Cattien-Villa in Forst FOTO: Von Steffi Ludwig

An der Eingangstür der prachtvollen Tuchmachervilla der Familie Cattien aus dem Jahr 1888 ließ sich der Moderator berichten, wie Lindner Hausherr wurde. Nach der Wende sei die Villa durch mehrere Investorenhände gegangen, und schließlich habe ihn die Stadtverwaltung gefragt und überzeugt, das Haus zu übernehmen, so Lindner. Vorher hatte die Villa einer Cottbuser Immobiliengesellschaft und nachher einem rumänischen Rechtsanwalt gehört. Doch der habe nichts saniert, und wäre dies noch drei Jahre weitergegangen, wäre das Haus zur Ruine verfallen, sagte Lindner gegenüber der RUNDSCHAU. Inzwischen ist die Fassade mit Fördermitteln restauriert worden, und drin geht es Schritt für Schritt voran. Welche Mittel schon verbaut wurden und noch investiert werden müssen, darüber möchte Lindner nichts sagen.

Im stuckverzierten Spiegelsaal berichtete Michael Lindner, dass dieser 1895 an die Villa angebaut wurde und diese unbeschadet den Krieg überstand. Danach habe die sowjetische Kommandantur hier ihren Sitz gehabt, bevor ein Kindergarten einzog und das Haus später leer stand und langsam verfiel. Zur Nutzung gebe es verschiedene Überlegungen, aber nichts Definitives, so Lindner. Vor Jahren war ein Trauzimmer im Gespräch.

Im Obergeschoss arbeitet der Forster Tischlermeister Dietmar Schulz seit zwei Jahren die Türen der Cattien-Villa auf. Mit seinem Mitarbeiter Viktor Kriwonos ist er gerade mit den originalen Spiegelsaaltüren beschäftigt. Das Drehteam staunte, hatte alle Szenen im Kasten und machte sich auf zu einem weiteren Objekt, dessen Sanierung auch die Handschrift von Michael Lindner und dessen Verein Komfor trägt: dem Kompetenzzentrum. „Ich bin beeindruckt“, sagt Ulli Zelle, der schon mehrfach in Forst im Rosengarten oder Ortsteil Mexiko war. An der Neiße habe er diesmal eine spürbare Trennung festgestellt: „Ich wünsche mir mehr Verbindungen, mehr Brücken nach Polen.“

Die Fassade der prachtvollen Forster Cattien-Villa wurde restauriert.
Die Fassade der prachtvollen Forster Cattien-Villa wurde restauriert. FOTO: Steffi Ludwig / LR