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Rassegeflügel
Von Modenesern und Zwergenten

Eine Lockentaube hält Jugendzüchter Lukas Kathen (l.) in den Händen. Sie und die Deutschen Modeneser seines Onkels Daniel Kathen werden bei der Vereinsschau in Forst präsentiert.
Eine Lockentaube hält Jugendzüchter Lukas Kathen (l.) in den Händen. Sie und die Deutschen Modeneser seines Onkels Daniel Kathen werden bei der Vereinsschau in Forst präsentiert. FOTO: Katrin Kunipatz / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Forst. Tauben, Hühner und anderes Rassegeflügel wird am Wochenende in Forst gezeigt. Von Katrin Kunipatz

Lukas ist neun Jahre alt, spielt gern Fußball und ist der jüngste Rassegeflügelzüchter im Forster Verein. Wenn der Grundschüler über seine Zwergenten spricht, klingt es fast, als würde er schon seit Jahrzehnten züchten. „Die Schwarze dort hat gute Augen, die würde ich mit dieser verpaaren“, erklärt er und deutet dabei auf zwei der Tiere im Gehege. Zumindest die Ente scheint verstanden zu haben, laut schnatternd watschelt sie zum Badeteich.

Der Onkel von Lukas, Daniel Kathen, klärt auf: „Diesen Krach machen die Enten, weil bald Fütterungszeit ist.“ Zum Glück grenzt das Grundstück seiner Eltern, auf dem im Moment neben den Zwergenten noch rund 250 weitere Hühner, Enten und Tauben verschiedener Rassen leben, an ein Feld. In der Stadt würden sich die Nachbarn irgendwann gestört fühlen, ist er sich sicher.

Auf dem Hof lebt schon immer viel Federvieh. „Mein Vater ist Liebhaber. Er hält die Tiere wegen der Eier und des Fleisches“, sagt Daniel Kathen. Er selbst habe im Alter von zehn Jahren mit der Zucht begonnen und sei Mitglied im Rassegeflügelzuchtverein Forst von 1886 geworden. Damals wie heute gab es Unterstützung von den erfahrenen Vereinsmitgliedern. Kathen nennt zum Beispiel Wolfgang Dubrau und Klaus Höchsmann.

Bei seiner Zucht konzentriert sich der 28-Jährige auf Taubenrassen: Thüringer Weißschwänze, Deutsche Modeneser und Lockentauben. Die beiden letztgenannten Rassen wird er in Forst ausstellen. Dafür macht Daniel Kathen die Tiere schick: Federn waschen und putzen, die Krallen reinigen und schneiden. Es gehe darum, die rassetypischen Merkmale hervorzukehren. „Gezüchtet wird nach einem Schönheitsideal. Voraussetzung dafür sind gesunde und vitale Tiere“, sagt er. Daniel Kathen, der beruflich als Gärtner arbeitet, legt deshalb großen Wert auf das richtige Futter und eine artgerechte Haltung. „Medikamente kommen bei mir nicht zum Einsatz, nur die vorgeschriebene Impfung gegen Paramyxo und die empfohlene gegen Salmonellen erhalten die Tauben“, erklärt er.

Zusätzlich zu den Tauben und Enten züchten Lukas und Daniel noch einige Hühnerrassen. Die auffällig gemusterten Zwerg-Brahmas gehören Lukas. Mit den großen massigen Roten Wyandotten beschäftigt sich der erfahrenere Züchter. Diese Hühner sind eine Herausforderung. „Es ist eine Zauberkiste, welche Rassemerkmale sich auf die Küken vererben“, sagt Daniel Kathen. Farben, die Generationen zuvor in die Linie eingekreuzt wurde, tauchen plötzlich wieder auf, während die gewünschten Merkmale zurücktreten.

Während Lukas nicht täglich bei den Tieren sein kann, versucht Daniel Kathen, sich früh und abends um alle Vögel zu kümmern. Gelingt es nicht, managt sein Vater die über 200 Tiere. Er füttert, öffnet und schließt die Ställe. Besonders stolz ist Daniel auf seine Freundin, die sogar beim Säubern der Ställe hilft.

Die Vereinsschau am Wochenende ist der Auftakt in die diesjährige Ausstellungssaison. Natürlich hoffen Daniel und Lukas auf gute Bewertungen durch die Preisrichter. Mehrmals sind ihre Tauben und Enten auf Kreis- und Landesebene mit „Vorzüglich“ - der höchsten Wertung - bedacht worden. Aber die meisten Titel kann Jugendzüchter Lukas vorweisen.