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| 13:05 Uhr

9. Dernycup in der Rosenstadt
Guiseppe Atzeni sagt „Tschüss, Forst!“

9. Dernycup in Forst FOTO: Margit Jahn
Forst. Es war der erste kleine Abschied auf der „Hölle von Forst-Piste“. Abschied von einem Ausnahme Sportler, aber auch einem „Prinz Charming“ der er für die Forster gewesen ist. Guiseppe Atzeni bestritt am Pfingstsonnabend inmitten 16 Gespannen sein letztes Dernyrennen auf der Höllenpiste von Forst unter frenetischem Jubel und so manch einer heimlichen Träne im Knopfloch. Von Margit Jahn

Der Schweizer Guiseppe Atzeni, der so eng mit Forst verbunden ist, erfreut die Forster seit Jahren mit hochprofessionellem Radsport, aber auch einer sehr sympathischen Art, die ihn schnell zum Publikumsliebling über inzwischen viele Jahre machte.

Er lieferte bis zum Schluss ein packendes Rennen zwischen Sieger Franz Schiewer und dem zweitplatzierten Niederländer Reinier Honig. Er habe sich etwas geschont für das Steherrennen, antwortete er lächelnd auf die Frage, was er sich für das Sonntagrennen auf der Rennbahn vorgenommen hat.

 Paul Schubert, 19 Jahre und im Rollstuhl sitzend, ist seit vielen Jahren begeisterter Radsportfan. Mit Mutter und Oma immer dabei und verpasst kein Rennen. Am Samstag gab es dieses Erinnerungsfoto mit Guiseppe Atzeni für ihn.
Paul Schubert, 19 Jahre und im Rollstuhl sitzend, ist seit vielen Jahren begeisterter Radsportfan. Mit Mutter und Oma immer dabei und verpasst kein Rennen. Am Samstag gab es dieses Erinnerungsfoto mit Guiseppe Atzeni für ihn. FOTO: Margit Jahn

Auf alle Fälle hat er am Ende alle Zuschauer zu einer großen Party mit Freibier nach dem Rennen eingeladen, welches jubelnd und unter großem Applaus angenommen wurde.

Überhaupt war das Rennen an Spannung nicht zu überbieten. Paul Schubert, 19 Jahre und im Rollstuhl sitzend, ist seit vielen Jahren begeisterter Radsportfan, mit Mutter und Oma immer dabei und verpasst kein Rennen. Er sagte: „Ich fand das Rennen, gerade die Schlussphase sehr spannend, weil gefühlt gab es in jeder Runde Positionswechsel. Man wusste nie, wer liegt jetzt vorne, wenn sie in die Start-Ziellinie eingebogen sind“. Am Ende des Renntages ließ er sich mit Guiseppe Atzeni fotografieren und sagte ihm, dass er ihm viel Glück für das Sonntagsrennen wünscht.

„Es hat Spaß gemacht ihm bei den Rennen, die er gefahren ist, zuzuschauen und die Zweikämpfe zwischen den Gespannen zu sehen, die er gefahren ist“. Fairerweise sagte er dann: „Ich als Forster muss natürlich unseren Lokalmatador Stefan Schäfer unterstützen, das mache ich auch. Sehr schade fand ich, dass der englische Fahrer Matt Gittings nach seiner Radpanne nicht mehr zum Zuge gekommen ist.“ Er hatte Probleme mit den Bremsen, musste im ersten Lauf aufhören und im zweiten Rennen kam er mit dem Ersatzrad nicht gut klar, so der junge Radsportfan.

Karin Menzel vom PSV 1893 Forst e.V. war am Ende begeistert vom gut passenden Wetter für Sportler und Zuschauer gleichermaßen, und war auch vom „Fette-Reifen-Rennen“ zu Beginn des Nachmittages des Nachwuchses sehr angetan. „63 Mädchen und Jungen bis elf Jahre wollten in diesem Jahr dabei sein“ – an Nachwuchs mangelt es da also nicht, verbleibt zu hoffen, das die Kinder auch an nicht so guten Tagen durchhalten und ihr Hobby nicht vorschnell aufgeben, auch wenn man mal ein paar Blessuren einholt, wie zwei kleine Radler am Nachmittag, die mit ihrem Rad gestürzt sind.

Der große Nachwuchs konnte sich auch beim Rennen beweisen. „Vom gerade 19-jährigen Jonas Onnecken aus Forst, der sein erstes Dernyrennen bestreitet bis zu Franz Schiewer, der Doppel-Europameister der Steher, über Stefan Schäfer, der die Forster Runde komplett macht, der in harter Konkurrenz zu Franz Schiewer steht. Nicht zu vergessen Giuseppe Atzeni, der sich vom internationalen Renngeschehen morgen im Rad- und Reitstadion verabschiedet. „Es wird also wieder hoch emotional zugehen am Pfingstsonntag. Zwischen den Dernyrennen gingen die Hobbyfahrer mit 20 Runden an den Start und lieferten auch hier ein spannendes Rennen. Sieger war der jungen Florian Podlesch, der erst seit einem Jahr dabei ist, aber scheinbar ganz wie der Vater hohe Ziele hat.

Weitere eiserne Radsportfans am Straßenrand stehend sind Marlies und Anita Krüger. Mutter und Tochter lassen kein Rennen aus, die Männer sind zu Hause erzählen die Beiden lachend. „Hier treffen wir viele Bekannte, die wir Jahrelang kennen“, so ein wichtiger Beweggrund immer dabei zu sein. „Hier ist alles schön, weil es gut gemischt ist“, fügt Anita Krüger begeistert hinzu.

Daneben stehen Karl Lauterbach (16) und Zoe Dittmann (16). „Wir sind nicht direkt wegen dem Dernyrennen hier, sondern wegen einem Freund“, sagt Karl. Dieser Freund ist Florian Podlesch. Und offensichtlich hat das Daumendrücken und Anfeuern der beiden Freunde geholfen. „Wenn meine Eltern auf die Rennbahn gegangen sind, sind wir mitgegangen, ist ja schon Tradition in Forst“, sagt er überzeugt. Wem er den Sieg wünscht, formuliert er so: „Ich bin neutral, möchte zu Forst stehen. Aber cool war immer Guiseppe Atzeni mit seinen pinken Anzügen, deshalb habe ich ihn auch gefeiert“.

9. Dernycup in Forst FOTO: Margit Jahn