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| 02:39 Uhr

Rabenkinder feiern Auferstehung

Interessiert griffen die Premierenbesucher auch nach den mitgebrachten Exemplaren des Filmbuches.
Interessiert griffen die Premierenbesucher auch nach den mitgebrachten Exemplaren des Filmbuches. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Mehr als 170 Besucher haben am Freitagabend die Uraufführung des dritten Kurzfilms der Gruppe Ravenchild, die für ihre spektakulär illuminierten Tanzshows bekannt ist, besucht. "Resurrection" nannten die zwölf Rabenkinder um die Kathlower Familie Ruhbach ihr Werk. Angela Hanschke

Übersetzt ins Deutsche bedeutet der Titel Auferstehung.

Große Erwartungen bewegten Neugierige, Sympathisanten und Freunde, die sich bereits lange vor der Aufführung einstellten, während die Akteure - wie bei großen Premieren üblich - unter Lampenfieber litten; etwas aufgekratzt Küsschen und Umarmungen verteilten und unzählige Hände schüttelten. Eine Stimmung wie bei großen Familienfeiern, wo man einander mag. Der obligatorische rote Teppich fehlte. Dafür gab es jedoch viele aufsehenerregende Gewänder. Die Komparsen Barbara und Jens Schubert aus Groß Schacksdorf erschienen, dem festlichen Anlass entsprechend, in Brokatfrack und Zylinder beziehungsweise großer Robe im viktorianischen Stil und Steampunk-Accessoires. Fan Sabine Gutzeit reiste aus Sellessen an, um die Gruppe zu unterstützen. "Die sind total sympathisch und bodenständig, halten zusammen und sollen so bleiben", sagte sie, während "Hjalti" aus der Gemeinde Teichland nach zwei Wochen Waldeinsamkeit im "Erlebniszentrum für mittelalterliche Lebensart und Kultur" bei der Premierenfeier wieder menschliche Nähe suchte. Der 64-jährige Siegfried Malk aus der wendischen Gemeinde Schmogrow besitzt bereits selbst Filmerfahrung. Beim neunten Spreewaldkrimi "Spiel mit dem Tod" stand er als Komparse vor der Kamera und kann daher die aufwendige Arbeit von Ravenchild bestens würdigen.

Dicht umringt war Marnie Niese am Stand mit dem "Buch zum Film". 70 Euro kostet das Kultobjekt in Kleinstauflage, das mit hunderten hochwertigen Fotos versehen, zum Selbstkostenpreis abgegeben wird. "Ich finde es total schön, dass sich so viele einstellen, sich dafür interessieren, was Leute aus der Region auf die Beine stellen", sagte Margit Jahn, die gemeinsam mit Jens Forkert, die Dreharbeiten mit der Kamera begleitete.

Beifall brandete auf, als die Rabenkinder nach filmischen Rückblicken mit gewohnter Professionalität auf der Bühne eine furiose Schwarzlicht- und LED-Show zeigten. "Das war super! Sie sind total durchgeknallt", urteilte nach dem Hauptfilm anerkennend Undina Withulz von der Kahrener Bäckerei, die die hungrigen Statisten während des Drehs mit Brötchen beliefert hatte. Besonderen Dank sagte Ravenchild unter anderen Bernd Beyer, der mit dem Drehbuch "für den roten Faden" sorgte, dem Fotokünstler Jörg Friebe, der das Plakat gestaltete, der Formation "Feline & Strange" sowie der Band "SISC" aus Berlin, die nach der Aufführung des Endzeitfilms zum Tanz aufspielte, Frank Junge, der mittels Drohne für mystisch anmutende Naturaufnahmen sorgte, sowie dem Berliner Kameramann Florian Henniges, der noch in der Donnerstagnacht an seinem bislang größten Projekt feilte. "Solch eine positive Resonanz habe ich nicht erwartet", sagte er am Freitag in Forst überwältigt. In spätestens zwei Wochen werde "Resurrection" bei You Tube zu sehen sein, sagte er. Geplant sei auch, den Film bei Filmfestivals zu zeigen. "Auf jeden Fall werden sie die Fans auf der Ravenchild-Internetseite auf dem Laufenden halten", kündigte Henniges an.