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Protest gegen Lehrerin in Döbern

Döbern. Eine neue Klassenlehrerin sorgt an der Grundschule Döbern für Unbehagen bei einigen Eltern. Sie fürchten Nachteile für ihre Kinder und haben beim Schulamt Protest eingelegt – bisher ohne Erfolg. Nun soll Bildungsministerin Martina Münch (SPD) helfen. Bodo Baumert

Durch ein Rundschreiben der Schulleiterin haben die Eltern von der neuen Klassenlehrerin erfahren, die ihre Kinder ab dem 6. August unterrichten soll. Das Schreiben kam am letzten Schultag. "Die Schule wollte uns wohl ganz bewusst auf den letzten Tag vertrösten, damit wir uns in der Ferienzeit nicht wehren können", vermutete zunächst René Prüfer, Sprecher der Eltern, die sich mittlerweile zusammengeschlossen haben.

Doch auch die Schulleitung sei vom Amt nicht genügend informiert gewesen, meint inzwischen der Schulsprecher.

Das "etwas im Busch" war, hatten die Eltern schon geahnt. Die Lehrerin, die zuvor an einer anderen Grundschule im Amt unterrichtete, hatte bereits vor den Ferien in der Klasse hospitiert. Nachfragen der Eltern dazu wurden aber abgewimmelt. "Die Klasse hatte in den vergangenen zwei Jahren eine Lehrerin, die selten einen motivierenden Weg zu unseren Kindern gefunden hat", sagt Prüfer. Diese Lehrerin habe sich am letzten Schultag von den Kindern verabschiedet und mit Blick auf die neue Klassenlehrerin gesagt: "Die ist genauso streng wie ich, also macht Euch auf was gefasst." So haben es laut Prüfer mehrere Kinder berichtet.

Er hat inzwischen recherchiert und von Eltern am bisherigen Wirkungsort der Lehrerin wenig Gutes gehört. "Sie genießt schulübergreifend nicht den besten Ruf", sagt Prüfer. Eltern berichteten von einem "Armeestil mit Trillerpfeife" im Sportunterricht. Probleme hätte es an der alten Schule auch gegeben, weil die Lehrerin aus der Sekundarstufe I an die Grundschule gewechselt ist und die Kinder teilweise offenbar überforderte, sagt Prüfer und verweist auf entsprechende Protokolle der Elternkonferenz.

Bereits die vergangenen zwei Jahre hätten Schüler der Klasse "nur mit psychologischer Hilfe" überstanden. Die neue Klassenlehrerin wollen die Eltern deshalb möglichst verhindern.

Ein Gespräch mit dem Staatlichen Schulamt in Cottbus verlief bisher aber aus Sicht der Eltern wenig erfolgreich. Die kommissarische Leiterin Cornelia Orphal hatte Prüfer und die Lehrerin zu einem Termin eingeladen. Handlungsbedarf sieht das Schulamt daher nicht. "Außer mündlichen Anschuldigungen eines Vaters, dessen Tochter bei der Lehrerin noch nie Unterricht hatte, haben wir bisher nichts vorliegen", erklärt Cornelia Orphal. Ohne konkrete, schriftliche Hinweise könne das Schulamt nicht tätig werden. In der jetzigen Situation müsse man auch die Lehrerin in Schutz nehmen, gegen die aus Sicht des Schulamtes nichts vorliegt.

Nun wenden sich die Eltern an Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD). "Wir sehen das Wohl und den Seelenfrieden unserer Kinder in hohem Maße gefährdet und lehnen die Lehrerin aufgrund ihrer Vorgeschichte ab", heißt es in einem Schreiben der Eltern an die Ministerin. Man hoffe, dass das Schulamt endlich tätig werde, "anstatt uns hier am Nasenring über den Marktplatz zu führen", sagt Prüfer.