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Projekte stehen in den Startlöchern

Das Archäotechnischen Zentrum in Welzow (l.) wurde mit Leader-Mitteln zu einem archäologischen Zentrum und musealen Ort mit Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche umgebaut. Auch das Schloss Laubsdorf konnte mit Hilfe von EU-Geldern wieder in neuem Glanz erstrahlen.
Das Archäotechnischen Zentrum in Welzow (l.) wurde mit Leader-Mitteln zu einem archäologischen Zentrum und musealen Ort mit Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche umgebaut. Auch das Schloss Laubsdorf konnte mit Hilfe von EU-Geldern wieder in neuem Glanz erstrahlen. FOTO: Lehmann
Forst. Der Start der neuen Förderperiode 2014 bis 2020 war holprig: Durch langwierige Bearbeitungen in Brüssel können Projekte erst jetzt beantragt werden. 65 Vertreter von Vereinen und Unternehmen sowie Ortsvorsteher aus dem Spree-Neiße-Kreis informierten sich am Montagabend im Forster Kreishaus darüber. Steffi Ludwig

Das Archäotechnische Zentrum (ATZ) in Welzow ist nur eines der glänzenden Beispiele: Eine ehemalige Feuerwache wurde 2011 mit 530 000 Euro an EU-Mitteln zu einem archäologischen Zentrum und einem musealen Ort mit Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche umgebaut. "Das Haus ist ein Museum zum Anfassen und hat sich ganz dem Thema Holz verschrieben", sagt die Regionalmanagerin der Leader-Region Spree-Neiße-Land, Katrin Lohmann. Aber auch das Schloss in Laubsdorf oder das Umwelt- und Begegnungszentrum Gräbendorfer See konnten mit EU-Fördermitteln unterstützt werden.

Im Dezember 2014 war die Region Spree-Neiße-Land wieder als eine der 14 Leader-Regionen des Landes Brandenburg bestätigt worden. Das bedeutet, dass sie damit berechtigt ist, Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raumes mit Geldern des Europäischen Landwirtschaftsfonds (Eler) fördern zu lassen. Im Frühjahr 2014 hatte die Region Spree-Neiße-Land dazu eine neue regionale Entwicklungsstrategie aufgestellt, für die Bürger und Vereine in Workshops viele Vorschläge gemacht hatten.

Die Förderrichtlinie war jedoch nicht schon wie geplant im Januar diesen Jahres voll in Kraft getreten, da das Programm des Landes Brandenburg von der EU noch nicht bestätigt ist, sagte Simone Schökel vom Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Luckau, das die Projekte bewilligt. "Doch nun ist die Zeit des Wartens für alle, die Projekte planen, vorbei, jetzt fällt der Startschuss", sagte Simone Schökel. In wenigen Tagen erwarte sie die Richtlinie aus Brüssel. Die neue Förderperiode habe einige Neuerungen parat - die nicht unbedingt weniger Papierkram bedeuten würden. "Doch der Aufwand und das viele Papier in den vergangenen Jahren haben sich gelohnt", sagte sie mit Blick auf die Zahl von 4074 mit EU-Mitteln geförderten Projekten im Land Brandenburg in der Förderperiode 2007 bis 2013. Insgesamt rund 370 Millionen Euro seien so geflossen. "Und wir können jetzt hervorragende Projekte nutzen", so Simone Schökel. In der Region Spree-Neiße-Land sind seit 2007 laut Katrin Lohmann insgesamt 128 Projekte gefördert worden.

Neu: Festes Budget

Neu in dieser Förderperiode sei, dass die Leader-Regionen nun ein festes Budget erhalten und die förderfähigen Projekte nach einem bestimmten Verfahren auswählen, berichtete Simone Schökel. Neu sei außerdem, dass es nun nur noch in investive Projekte (also praktisch umsetzbare Projekte/Bau) und nichtinvestive Projekte unterteilt werde. Förderberechtigt seien alle, also Vereine, Verbände, Unternehmen oder Privatpersonen, aber nicht für alle Inhalte, so Schökel. Neu seien auch diverse Vorgaben. So sind jetzt beispielsweise, wenn es um die Schaffung von Einkommen in den Bereichen Handwerk, Gewerbe und Dienstleistungen geht, auch Kleinbetriebe bis 50 Arbeitskräfte förderfähig, bisher waren es nur Kleinstbetriebe bis zehn Arbeitskräfte. Auch werden jetzt keine Branchen mehr ausgeschlossen. Privatleute könnten sich 45 beziehungsweise 30 Prozent der Summe fördern lassen, maximal 200 000 Euro. Bei Gemeinden und gemeinnützigen Vereinen sind es 75 Prozent brutto (vorher netto), aber nur, wenn die Gemeinnützigkeit für die Zukunft gesichert sei, so Simone Schökel. "Wichtig ist, dass die Gesamtfinanzierung gesichert sein muss und die Folgekostenübernahme erklärt werden muss", sagt sie. "Auch muss ein Leistungs- und Preiswettbewerb nachgewiesen werden."

Bis zum 30. Mai haben nun alle Interessenten Zeit, den Antrag für Ponyhof, Spielplatz oder Vereinshaus einzureichen. Da der Leader-Region Spree-Neiße-Land nun ein regionales Budget zur Verfügung steht - laut Janina Sembol, Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe Spree-Neiße-Land, sind es 14 Millionen Euro in der ganzen Förderperiode und eine Million Euro im Jahr 2015 - muss dafür nun ein vierseitiges Maßnahmeblatt ausgefüllt werden.

Projekte vorher bewertet

"Wir bewerten die Projekte anhand von Punkten und legen eine Rangfolge fest", so Regionalmangerin Katrin Lohmann. "Wenn das Budget ausgereizt ist, muss das Projekt bis zum nächsten Stichtag 30. September warten."

Zum Thema:
Die Leader-Region Spree-Neiße-Land umfasst die ländlichen Räume der Städte Spremberg, Forst, Guben, die Städte Drebkau und Welzow, das Amt Döbern-Land, alle Ortsteile der Gemeinden Schenkendöbern und Neuhausen/Spree sowie die Gemeinden Jänschwalde und Heinersbrück des Amtes Peitz. Kontakt: Geschäftsstelle und Regionalmanagement der Lokalen Aktionsgruppe Spree-Neiße-Land, Heinrich-Heine-Straße 1, Forst, Telefon: 03562 98616199, Fax: 03562 98616188 oder E-Mail: info@spree-neisse-land.de, www.spree-neisse-land.de