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| 18:31 Uhr

Forst
Suchtprävention mit Smoothie

Diese Smoothies haben die Mädchen aus der sechsten Klasse beim Suchtpräventionsprojekt selbst zubereitet.
Diese Smoothies haben die Mädchen aus der sechsten Klasse beim Suchtpräventionsprojekt selbst zubereitet. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Projekt der Grundschule Nordstadt sensibilisiert Eltern und Schüler für Sucht und Abhängigkeit. Von Katrin Kunipatz

Eifrig schälen die Mädchen Birnen und Äpfel, schneiden Bananen und stückeln Ananas. Zusammen mit Orangensaft und Wasser entsteht daraus ein Smoothie. Im Nachbarzimmer bereitet eine andere Gruppe der Elf- bis 13-Jährigen aus der Grundschule Nordstadt gerade Tomatenwürfel, Zwiebeln, Gurkenscheiben, Käse und ein selbst gerührtes Dressing vor. Wahlweise können sich die Mädchen daraus später ihren Gemüsedöner zusammenstellen.

Das gemeinsame Essen im Garten hinter dem Kompetenzzentrum beendet den Projekttag zur Suchtprävention. Die verschiedenen Module absolvierten Mädchen und Jungen getrennt voneinander. Christin Heidrich und Anja Henke von der Suchtberatung des Tannenhof-Vereins, Daniel Nothnick vom Nix-Verein und Schulsozialarbeiter Bernd Höer leiteten die Gruppen. „Es ist wichtig, Schüler gerade in diesem Alter, wenn der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule ansteht, für das Thema Sucht und Suchtgefahr zu sensibilisieren“, sagt Anja Henke.

Dieses Team gab den Schülern Rüstzeug für den Weg nach der Grundschule mit (v.l.n.r.): Bernd Höer, Christin Heidrich, Anja Henke, Daniel Notnick.
Dieses Team gab den Schülern Rüstzeug für den Weg nach der Grundschule mit (v.l.n.r.): Bernd Höer, Christin Heidrich, Anja Henke, Daniel Notnick. FOTO: Katrin Kunipatz / LR

In den Gesprächen thematisierten die Sozialpädagogen verschiedene Süchte: Alkohol, Nikotin, Essstörungen bei den Mädchen und Computerspielsucht bei den Jungen. „Jedes Verhalten kann zur Sucht werden“, betont Christin Heidrich. Wichtig sei es, den Schülern die Risiken beispielsweise des Rauchens darzulegen, so Heidrich. Nur so würden sie wirklich überlegen, in welche Gefahr sie sich beim Ausprobieren begeben.

Natürlich braucht es Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, um den Verlockungen widerstehen zu können. Welchen Einfluss die Gruppendynamik haben kann, erlebten die Schülerinnen bei Schulsozialarbeiter Bernd Höer. Zu seinem Modul gehörten auch Übungen zum „Nein“-Sagen. Daniel Nothnick lenkte den Blick auf Dinge, die wichtig sind im Leben, die man im Fall einer Sucht einbüßen würde. Erfreut ist der Sozialarbeiter über die selbstbewusste Einstellung der meisten Kinder. „Sie lehnen Alkohol und Rauchen komplett ab“, sagt er. Günstig sei das Projekt auch aus einem anderen Grund. Als Sozialarbeiter habe er Zugang zu den jungen Leuten gefunden. Er hofft, dass sie sich in schwierigen Situationen daran erinnern.

Das Resümee der Schülerinnen fällt positiv aus. Nele sagt: „Wir haben uns richtig gut verstanden und konnten mal nur über Mädchensachen reden.“ Celina nimmt die Erfahrung mit, dass man allein mit Körpersprache Selbstbewusstsein ausdrücken kann. Auf die Frage, was sie im Projekt gelernt hat, antwortet Kimberly: „Man sollte sich Hilfe suchen, wenn es Probleme gibt. Und wir haben erfahren, wo und wie es geht.“

Komplettiert wird das Suchtpräventionsprojekt von zwei Elternabenden, erläutert der Schulsozial­arbeiter der Nordstadtschule. Die Suchtberaterinnen vom Tannenhof-Verein befürworten es, die Eltern mit ins Boot zu holen. Sie können ihre Sorgen aussprechen und erfahren, von welchen Ansprechpartnern sie Unterstützung erhalten.