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Forst
Prinzessin sein für eine Session

Jens hat seiner Partnerin Peggy einen Herzenswunsch erfüllt. Und so sind bei in dieser Session das Prinzenpaar des Karnevalsvereins Forst-Sacro.
Jens hat seiner Partnerin Peggy einen Herzenswunsch erfüllt. Und so sind bei in dieser Session das Prinzenpaar des Karnevalsvereins Forst-Sacro. FOTO: Karnevalsclub Forst-Sacro / zvg / Karnevalsclub Forst-Sacro
Forst. Peggy und Jens sind beim Karnevalsverein Forst-Sacro das 39. Prinzenpaar. Eine aufregende Zeit. Von Katrin Kunipatz

Einmal Prinzessin sein. Dieser Traum ging für Peggy Weise in Erfüllung. Als treue Gäste des Karnevalsvereins Fost-Sacro (KCS) wurden sie und ihr Partner Jens Kunzendorf zum Prinzenpaar gewählt und „herrschen“ in der 39. Session als Jens III. und Peggy I. über das närrische Volk. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass Nichtvereinsmitglieder bei uns Prinzenpaar sind“, sagt Vereins­präsidentin Kerstin Anton. Bewerben könne sich jeder. Die Entscheidung trifft das Präsidium.

„Damals waren wir sehr aufgeregt“, sagt Jens Kunzendorf, der eigentlich nicht gern im Mittelpunkt steht. Als Karnevalsprinz sei er mit seinen Aufgaben gewachsen und heute kaum noch nervös, wenn er mit Peggy in den Saal einmarschiert. „Ich werde dagegen ganz hibbelig“, gesteht sie. Unheimlich viel Spaß macht es der 45-Jährigen trotzdem. „Seit vielen Jahren ist es mein Wunsch, einmal Faschingsprinzessin zu sein“, sagt die Forsterin. Aber weil ihr Jens, den sie seit 28 Jahren kennt und mit dem sie seit 20 Jahren zusammenlebt, immer „nö“ sagte, feierten beide nur bei den Veranstaltungen mit. Im vergangenen Jahr hieß es plötzlich von Jens: „Lass es uns tun.“ Peggy nutzte die Chance. Nun ist sie überrascht, mit welcher Begeisterung ihr Mann dabei ist. „Ich fühle mich wirklich wohl im Verein und könnte mir sogar vorstellen Vereinsmitglied zu werden“, sagt der 53-Jährige.

Einen Teil der Faschingssaison haben Peggy I. und Jens III. schon hinter sich. Begeistert sind beide von den vielen Menschen, die sie bereits kennengelernt haben: beim Neujahrsempfang des Lausitzer Prinzenpaars vom Karnevalsverband Lausitz, dem Männerballettturnier oder den Veranstaltungen des KCS. „Oh, da ist ja die Königin“, staunte ein Mädchen bei der Spatzengala in Cottbus und verriet Prinzessin Peggy, ihre Tochter entdeckt zu haben. Die Forsterin war erstaunt, denn ihre 17-jährige Tochter könne mit Fasching gar nichts anfangen. Gemeint war das Kinderprinzenpaar Josephine Krautz und Luka Kasper. Bei den meisten Auftritten des Prinzenpaares Peggy und Jens sind auch die beiden Achtjährigen dabei. Und deren Kostüme sind verkleinerte Ausgaben des Kleids und des Anzugs der Erwachsenen. „Jedes Prinzenpaar bekommt sein individuelles Kostüm“, erklärt Kerstin Anton. Nach der Session bleibt es im Fundus des Vereins.

Für Jens und Peggy bleiben noch etliche Auftritte, bevor sie ihre Kostüme auf den Bügel hängen. Gespannt sind sie auf den Besuch beim Ministerpräsidenten und die Fernsehgala. „Dass es stressig wird, war vorher klar“, so Peggy. „Trotzdem gibt es viele Momente, in denen man die Rolle genießen kann.“ Dafür sorgen die Mitglieder des KCS. „Beim Schreiben und Üben der Rede gibt es Hilfe von Ralf Müller“, erklärt Kerstin Anton. Dessen Frau Solveig frisiert vor jedem Auftritt die Prinzessin und gibt dem Prinzenpaar Tipps. Elke Staudacher kümmert sich ums Make-up. Weitere wichtige Aufgaben übernimmt Stefanie Schneider. Als Zofe begleitet sie das Prinzenpaar überall hin, koordiniert die öffentlichen Auftritte und Termine, trifft Absprachen mit den Fahrern – ist eben Mädchen für alles.

In etwas mehr als drei Wochen endet die Session mit der Karnevalswerkstatt am 17. Februar. Dann endet für Pflegedienstleiterin Peggy Weise und Gerüstbauer Jens Kunzendorf die königliche Zeit. Dem Karneval in Sacro wollen sie treu bleiben, wenn auch nicht mehr als Prinzenpaar. „Diese Rolle darf man beim KCS nur einmal im Leben übernehmen“, so die Präsidentin. Für Peggy kein Problem: „Ich habe mir einen Traum erfüllt.“ Der berufliche Alltag hat sie gelehrt, Wünsche nicht aufzuschieben.