Von Margit Jahn

Die Sächsische Schildtaube rot-geschuppt von Gerd Metag sitzt stolz in ihrem Käfig und präsentiert sich den Zuschauern in den neuen Räumen direkt neben der Ausfahrt der Feuerwehr in der Promenade 26. Schon auf der Straße hört man munteres Hahnenkrähen.

Nach anderen Räumen hat der Rassegeflügelzuchtverein Forst, der 1886 gegründet worden war, schon lange gesucht. Der alte Standort in der Kirchstraße war zwar vom Raum her in der oberen Etage wesentlich größer und auch lichtdurchfluteter, aber für viele ältere Besucher über die Treppe schwer zu erreichen. Im damaligen Umfeld hatte sich der Verein auch nicht wohl gefühlt, und sicherheitstechnisch gab es einige Probleme.

Jetzt haben die Geflügelzüchter ebenerdig ein neues Domizil zwischen Kaufland und Feuerwehr gefunden und geschaut, wie es bei den Besuchern ankommt, und auch, was sie noch verbessern können.

Für einen kleinen Eintritt bekommen die Besucher einen Katalog mit allen ausgestellten Tieren in die Hand, und auch den Preisen für die zu verkaufenden Tiere. Durch die derzeit noch beschränkten Raumkapazitäten können nur 300 Tiere gezeigt werden. Dies soll aber später erweitert werden.

Probleme für die Züchter habe es in diesem Jahr mit Füchsen gegeben, die einige Geflügelbestände derart dezimiert hätten, dass einige Rassen in der Ausstellung komplett fehlten. So gingen leider wertvolle Zuchttiere verloren, so Vereinsvorsitzender Wolfgang Dubrau.

Zur Eröffnung am Sonnabendmorgen hatte sich die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek (partelos) von Peter Brülke, dem 2. Vorsitzenden des Rassegeflügelzuchtvereins, durch die Ausstellung führen lassen. Wolfgang Dubrau  nahm einen anderen Ausstellungstermin in Aschersleben wahr. 

Seit Mittwoch ging es in den neuen Räumen geschäftig her. Es wurden die Käfige aufgebaut, und für die Preisrichter und Ausstellung vorbereitet. Fünf Preisrichter aus Calau, Ziltendorf, Papitz, Drahnsdorf oder Graustein haben am Donnerstag 300 Tiere begutachtet und eingeschätzt.

Von Jörg Tromke aus Graustein erhält Gerd Metags Taube ganze 96 Punkte. „Sehr ansprechende Form, prima Kopf und Schnabel, sehr gute Farbe und Zeichnung“, attestiert Hartmut Petrick aus Papitz der Prachtgans der Gattung „Fränkische Landgänse blau“ seinem Züchter Gerd Matschke. 93 Punkte und ein insgesamt „Sehr gut“ können den Züchter stolz werden lassen.

Gänse und Enten mit Unterrassen wie „Tulaer Kampfgänse“ oder „Streicherenten silberwild“ hören sich schon allein abenteuerlich an. Bei den Hühnern konnte man unter anderem „Wyndotten gestreift“ oder ein „Vorwerkshuhn“ anschauen. Die Zwerghühner kommen etwas zarter im Namen daher: „Federfüßige Zwerghühner goldporzellanfarbig“ oder „Zwerg Lachsshuhn lachsfarbig“. Die Tauben sind mit Rassen wie „Strasser rot“, „Mährische Strasser“ oder verschiedene „Luchstauben“ vertreten.

Im Eingang werden die Gäste von prachtvollen „Lockentauben rotschimmel“ von Jungzüchter Lukas Kathen begrüßt. „Die brauchen keinen Friseur“, lacht Bernd Bohge vom Verein. Auf ihren jungen Nachwuchs, von dem es vier Züchter im Verein gibt, sind die erfahrenen Taubenzüchter besonders stolz.

Mit einem Problem kommt Siegfried Habermann zu Bernd Bohge. Er hat Zwerghühner und hatte im Sommer arg mit Milben zu kämpfen. Fachmännisch tauschen sich die beiden Tierfreunde über Silikatstaub aus.

Familie Merschank aus Forst schaut sich mit ihren beiden Kindern Mai-Lin und Jacob in den Räumen um. Die interessierte junge Familie hat selbst einen großen Tierhof zu Hause. Fische, Echsen, Hühner, Zwergenten, die beiden Minischweine „Felix“ und „Fiona“ sowie Hund und Katze wohnen auf dem Hof. Jetzt hält die Familie nach Mandarinenenten Ausschau. Ihr bisheriges Paar war krank und alt. Bei den abenteuerlichen Namen der Kampfgänse überlegen die jungen Eltern, sich ein Gänsepärchen anzuschaffen. „Gänse sind besser als ein Wachhund“, lacht Manuel Merschank.

Dies wird mit Humor auch von den Züchtern bestätigt. Raffiniert zwicken die Gänse in die Haut der Besucher und verdrehen diese, was dann schmerzhaft ist, werden die Gäste auf Frage aufgeklärt. Hier wache dann nicht Bello, sondern eine Kampfgans über das Hab und Gut der Familie.