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Prävention musikalisch verpackt

Das Landespolizeiorchester spielte am Mittwoch in der Forster Mehrzweckhalle unter dem Titel "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett".
Das Landespolizeiorchester spielte am Mittwoch in der Forster Mehrzweckhalle unter dem Titel "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett". FOTO: Kunipatz
Forst. Die ersten Töne der "Polizeiruf 110"-Titelmusik begeistern das Publikum. Füße wippen. Viele lächeln und mancher summt mit. Das Landespolizeiorchester spielt am Mittwochnachmittag in der Mehrzweckhalle. Katrin Kunipatz

Derrick, der rosarote Panther, James Bond und Macky Messer sind irgendwie dabei, wenn Moderator Thomas Petersdorf und Silke Nitschke von der Abteilung Prävention der Cottbuser Polizei die Zuhörer für das Thema Prävention sensibilisieren.

Seit 2015 gibt es Konzerte dieser Art. In Forst sind die Berufsmusiker auf Einladung des Landkreises zum ersten Mal zu Gast. "Wir hoffen, dass durch die Kombination von Musik und Information mehr hängen bleibt, als wenn man einen Flyer verteilt", sagt Orchesterleiter Christian Köhler.

Es gibt verschiedene Präventionskonzerte. Am Mittwochvormittag spielte das Polizeiorchester unter der Überschrift "Emil und die Detektive" für Grundschüler. Die Mehrzweckhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. 450 Kinder hörten zu, als es um das richtige Verhalten gegenüber Fremden oder die sichere Verwahrung des eigenen Geldes ging.

Die Senioren füllen die Halle nicht komplett; etwa 120 aus Forst, Döbern und Peitz sind erschienen. Helmut Ließ, Vorsitzender des Forster Seniorenbeirats, wünscht sich, dass der Termin eher bekannt gewesen wäre. Dann hätte mancher das Konzert besser einplanen können. Peter Fahrenkrug, Leiter des Polizeireviers Forst, ist dagegen zufrieden.

In den musikalischen Pausen zeigen zwei Filmchen, wie leicht man beim Enkeltrick Opfer wird oder wie schnell Geld aus der Handtasche verschwindet. Polizistin Silke Nitschke gibt Ratschläge: Bargeld nie an Fremde weitergeben und sich in jedem Fall bei der eigenen Familie rückversichern, wie es dem Enkel tatsächlich geht. Noch eindeutiger sind ihre Tipps für die Handtaschenträgerinnen: Eine Tasche mit Portemonnaie, Ausweis und Schlüssel gehört nicht in den Einkaufswagen oder den Fahrradkorb. Bargeld sollte man nah am Körper tragen. Und statt der Geldbörse in der Gesäßtasche empfiehlt sie den Herren ein kleineres Portemonnaie, das vorn in die Hosentasche passt.

Zum Schluss kommt Lothar Pohle zu Wort. Er ist Außenstellenleiter des Vereins Weißer Ring, der sich um die Opfer von Straftaten kümmert. "Unsere Hilfe ist kostenlos", betont er. Sie reicht vom Zuhören über die Begleitung zu Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft und im Einzelfall bis zur finanziellen Hilfe.

Margit Kettlitz und Anita Wisniewski aus Peitz hat das Konzert gefallen, auch wenn "nicht so sehr viel Neues" dabei war. "Wir sind schon gut informiert", so die 65-Jährige. Ihr Mann habe erst kürzlich einen angeblichen Anruf der Polizei entlarvt. Barbara Tauchert kam nach dem Konzert mit Silke Nitschke ins Gespräch. Sie selbst achte schon sehr auf ihr Geld, so die Forsterin. Hilfreich sei für sie der Hinweis, Bargeld an verschiedenen Stellen zu verteilen.