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| 10:44 Uhr

Ein Teil der Lösung
Postservice ab Juni im Reformhaus

 Sämtliche Postdienstleistungen wird Sylvia Heidenreich in ihrem Reformhaus in der Berliner Straße 7 ab dem 19. Juni anbieten.
Sämtliche Postdienstleistungen wird Sylvia Heidenreich in ihrem Reformhaus in der Berliner Straße 7 ab dem 19. Juni anbieten. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Die Postbank schließt Mitte Juni in Forst. Für Briefe und Pakete gibt es eine Lösung. Von Katrin Kunipatz

Dass die Postbank ihre Filiale in der Berliner Straße in diesem Jahr schließt, war seit November klar. Nun steht der Termin fest: Am Mittwoch, 19. Juni, ist der letzte Tag. Darüber informiert Postbank-Pressesprecher Hartmut Schlegel am Donnerstag. Die Kunden werden im Moment per Aushang, mit Handzetteln und persönlichen Anschreiben über die Schließung des Standorts in Forst informiert.

Klarheit gibt es auch über die Zeit danach. Die Deutsche Post hatte sich bereits im Sommer vergangenen Jahres auf die Suche nach einem Partner begeben, der im Umfeld der bisherigen Postfiliale in Zukunft Pakete annehmen und ausgeben sowie Briefmarken verkaufen will. In unmittelbarer Nähe des bisherigen Standortes sei man in der Berliner Straße 7 fündig geworden, bestätigt Post-Pressesprecherin Anke Blenn eine entsprechende Mitteilung der Postbank. Demnach wird Sylvia Heidenreich ab dem 19. Juni ihr Reformhaus um die Partnerfiliale der Post erweitern. „Nach Rücksprache mit dem Reformhaus in Spremberg, in dem es ebenfalls eine Postfiliale gibt, habe ich mich dafür entschieden“, sagt Sylvia Heidenreich. Sie hofft, auf diese Weise neue Kunden für ihr Reformhaus zu gewinnen.

In diesen Tagen hat die langjährige Reformhaus-Fachberaterin bereits begonnen, in ihrem Geschäft den Platz für den künftigen Postschalter freizuräumen. Abstriche beim bisherigen Sortiment werde es nicht geben, so Heidenreich, aber Regale müssen umgestellt werden. Die Anlieferung und Abholung der Pakete durch die Post erfolgt durch den Lagerbereich. An die dort befindliche Rampe können Lkw gut heranfahren, so Heidenreich. Genügend Platz sei vorhanden, hatte eine Verantwortliche der Post bei einer Vor-Ort-Begehung bestätigt. Die nötige Schulung hinsichtlich der verschiedenen Postdienstleistungen soll Sylvia Heidenreich im Mai erhalten. Der genaue Termin werde ihr noch mitgeteilt.

Demnach wird es weiterhin in der Innenstadt möglich sein, die bekannten Postdienstleistungen zu erhalten, wie es bisher üblich war. Nur der Weg vom Parkplatz bis zur Filiale ist einige Meter weiter. Unklar ist, was mit dem am alten Standort befindlichen Briefmarkenautomaten passieren wird. „Dies ist noch in Klärung“, so Postsprecherin Blenn. „Es ist noch keine Entscheidung gefallen“.

Hinsichtlich der Bankdienstleistungen gibt es weniger gute Aussichten. Zwar können Postbankkunden Bargeld kostenfrei bei der Commerzbank abheben oder beim bargeldlosen Bezahlen bei Netto oder Rewe erhalten, persönliche Kontakte sind nur noch bei beratungsintensiven Themen vorgesehen. Diese Termine würden auf Wunsch auch zu Hause stattfinden, so der Postbank-Sprecher Schlegel.

Für Bürgermeisterin Simone Taubenek Grund genug, den in Abstimmung mit den Fraktionen erstellten Protestbrief an die Postbank doch noch abzuschicken. „Die Postbank hat massiv um Kunden geworben und es gibt genügend Menschen, die nicht alles per Online-Banking erledigen wollen, sondern einen Ansprechpartner vor Ort haben möchten“, argumentiert sie. Es dürften nicht allein wirtschaftliche Erwägungen eine Rolle spielen, so die Bürgermeisterin. Ärgerlich findet sie auch, dass die Postbank selbst nie die Stadt über den Rückzug informiert habe. Einzig die Deutsche Post AG habe zu Wochenbeginn mitgeteilt, dass es zumindest für die Postdienstleistungen eine Lösung gebe, berichtet Taubenek.

 Jetzt ist klar: Die Postbank schließt ihre Filiale in Forst am 19. Juni.
Jetzt ist klar: Die Postbank schließt ihre Filiale in Forst am 19. Juni. FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau

Was nach dem Auszug der Postbank mit dem alten Post-Gebäude passiert, dazu kann Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) keine Auskunft geben. Es befinde sich nicht im Eigentum der Stadt Forst. Und welche Pläne der Eigentümer hat, so Simone Taubenek, sei ihr nicht bekannt.