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| 15:52 Uhr

Polnische Umweltbehörde legt Messergebnisse vor

Es qualmte auch am Samstagmittag. Seit vergangener Woche werden die Kunststoffreste auseinandergezogen und abgedeckt.
Es qualmte auch am Samstagmittag. Seit vergangener Woche werden die Kunststoffreste auseinandergezogen und abgedeckt. FOTO: SaWi
Forst. Die polnischen Behörden haben erste Untersuchungsergebnisse ihrer Messreihen auf und in der Nähe des Betriebsgeländes in Brozek veröffentlicht. Zeitweise wurden Informations- und Alarmierungswert beim Staubgehalt in der Luft überschritten. Auch bei Kadmium und Benzopyren gab es Grenzwertüberschreitungen.

Der Landkreis Spree-Neiße hatte am Montag auf die entsprechenden Untersuchungsergebnisse verwiesen, die allerdings nur in polnischer Sprache vorliegen. Laut diesen Dokumenten wurden Erdproben auf dem Betriebsgelände und Nachbargrundstücken in einer Tiefe bis zu 25 Zentimeter sowie 25 Zentimeter bis einen Meter Tiefe genommen.

Getestet wurde auf dem Gelände, das während des zweiten Weltkriegs Schießplatz der Pulverfabrik war, auf Chrom, Kupfer, Blei Zink und Cadmium sowie auf Kohlenwasserstoffe. Lediglich im Wald sei ein hoher Metallwert festgestellt worden. Bei Chrom näherte sich der festgestellte Wert (476 mg/kg) dem zulässigen Wert (500 mg/kg). Bei Cadmium wurde ein Wert von 0,5 mg/kg (erlaubt: 10), bei Kupfer 142 mg/kg (erlaubt: 300), bei Blei 161 mg/kg (erlaubt: 500 mg) und bei Zink 174 (erlaubt 1000) festgestellt.

Die Luftmessungen erfolgten vom 23. Februar bis 9. März durch einen Sammelbehälter, der etwa 100 Meter vom Brandort entfernt aufgestellt wurde. Allerdings wurde dabei offenbar aber nur der gesammelte Staub untersucht. Es handelt sich nicht um eine Emissionsuntersuchung. Zur Grundlage genommen wurde ein Richtwert aus dem Jahr 2012, bei dem beispielsweise die Staubbelastung pro Tagesmittelwert nicht höher als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft betragen darf. Als Informationsgrenzen gelten 200 Mittelwerte von 200 Mikrogramm, als Alarmierungswert 300 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Die Grenzwerte für Metalle und Benzopyren wurden demnach nicht überschritten. Die Staubbelastung lag an drei Tagen über den zulässigen Durchschnittswerten. An sieben Tagen wurde die Schwelle des Informationswertes überschritten und an sieben Tagen die Schwelle des Alarmierungswertes. Bei Cadmium gab es in der ersten Woche mit 7,4 Nanogram pro Kubikmeter eine Überschreitung des Grenzwertes (5 Nanogramm), auch bei Benzopyren wurde der Grenzwert von einem Nanogramm überschritten - im Untersuchungszeitraum vom 23. Februar bis 2. März wurden demnach 13,3 Nanogram, vom 2. März bis 9. März 21,9 Nanogramm gemessen. Es gilt als giftig und umweltgefährlich, als Bestandteil in Zigaretten gilt es als krebserregend.

www.lr-online.de/messergebnisse