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| 16:38 Uhr

Forst
Deutsche Bedenken gegen polnische Pläne für Reifenverbrennungsanlage

Ruinen: Sprengchemie-Werk 400 Bunker und leere Produktionshallen prägen das Areal der einstigen Sprengchemie.
Ruinen: Sprengchemie-Werk 400 Bunker und leere Produktionshallen prägen das Areal der einstigen Sprengchemie. FOTO: Jürgen Scholz
Forst. Landrat und Bürgermeister fordern weitere Informationen von Brody und Zary zur geplanten Anlage in Brozek. Von Katrin Kunipatz und Jürgen Scholz

Die Nachricht schreckt auf: Eine Reifenverbrennungsanlage soll jenseits der Forster Grenze auf polnischer Seite gebaut werden. Im Gespräch sei eine Fläche auf dem Gelände der ehemaligen Sprengchemie. Landrat Harald Altekrüger informierte darüber am Mittwoch im Kreistag. In der polnischen Gemeinde Brody läuft dazu ein behördliches Verwaltungs- und Beteiligungsverfahren. Ein Investor will nach Informationen der RUNDSCHAU eine Anlage zur Thermolyse von gebrauchten Reifen, Gummi und Gummiabfällen errichten. Über die Umweltverträglichkeit müsse der Bürgermeister der Gemeinde Brody entscheiden. Dieser hat daraufhin bei der Umweltschutzdirektion der Woiwodschaft Lebus und der Behörde des Landkreises Zary angefragt.

„Nicht sehr befriedigende Auskünfte“

Erst auf Nachfrage erhielten der Landkreis Spree-Neiße und die Stadt Forst einige Informationen zu dem Vorhaben. Jens Handreck, stellvertretender Forster Bürgermeister, spricht von „nicht sehr befriedigenden Auskünften“, die sein Amtskollege in Brody machte. Er wolle sich deshalb um weitere Gespräche bemühen. Landrat Altekrüger suchte das Gespräch mit seinem Amtskollegen in Zary. In einem offiziellen Schreiben an die Gemeinde Brody und die Wojewodschaft will der Landkreis seine „Bedenken bezüglich dieser grenznahen Anlage zum Ausdruck bringen und einen kooperativen und umfänglichen Informationsaustausch einfordern“, sagt Altekrüger.

Zu wenige Informationen

Gegenüber der RUNDSCHAU hatte Umweltdezernent Olaf Lalk erläutert, dass es bisher zu wenige Informationen zur geplanten Anlage gibt. Erst wenn bekannt ist, welche Mengen in der Anlage verwertet werden sollen, könne man ableiten, welche Prüfungen nötig seien und wie die deutschen Behörden in das Verfahren einbezogen werden müssen.

Keine Informationen zur Anlage liegen dem Landesumweltamt in Cottbus und dem Umweltministerium in Potsdam vor. Pressesprecher Jens-Uwe Schade vom brandenburgischen Umweltministerium stellt klar, falls der Rauch aus den Schornsteinen der Anlage auch nach Deutschland gelangen könnte, ist laut EU-Regeln Deutschland im Genehmigungsverfahren zu beteiligen. Einbezogen würden dann das Umweltministerium und das Landesumweltamt.