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| 02:37 Uhr

Poller sperren Laubenpieper-Zufahrt

Kazimierz Krupski ist sauer, weil Poller den Weg für seinen Rasentraktor versperren.
Kazimierz Krupski ist sauer, weil Poller den Weg für seinen Rasentraktor versperren. FOTO: Jan Selmons
Forst. Er wirkt beinahe idyllisch – der Andreas-Simmack-Weg in Keune. Doch vor dem Pfad, den Laubenpächter nach einem Kumpel benannt haben, braut sich Ärger zusammen. Grund: Seit wenigen Tagen stehen Betonpoller auf der Zufahrt von der Straße Am Busch. Ein Unding, finden einige Laubenpieper. Völlig korrekt, heißt es vom Bauamt. Jürgen Scholz

Ärgerlich deutet Kazimierz Krupski auf die Umzäunung vor der Einfahrt zu der Gartenanlage von der Straße Am Busch in Keune. "Ich komme hier nicht mehr durch", berichtet er und zeigt auf seinen Rasentraktor und die im Boden eingelassenen Poller, die seit wenigen Tagen den direkten Weg zu seinem Garten versperren. Dabei ging es doch früher auch, argumentiert der Gartenpächter.

Kopfschüttelnd kommt auch Matthias Heinze an seinen Gartenzaun gelaufen und erklärt: "Seit ich denken kann, ist hier dieser Weg." Für die Laubenpieper am Rand der Straße Am Busch ist der direkte Zugang laut Heinze wichtig, "weil ja auch mal Grünschnitt aufgeladen werden muss". Damit ist es jetzt vorbei, schimpfen die Kleingärtner.

Für Krupski steht fest, dass die Poller Schikane sind. Denn eigentlich sei das alles gar nicht nötig, ist er sich sicher und zeigt auf einen Begrenzungspfahl, der nur wenige Meter weiter von den Kleingärtnern in den Weg eingelassen wurde. Die Kleingärtner können ihn mit einem Kniff entfernen. So sei vermieden worden, dass viele Leute den Weg als Abkürzung nehmen. Denn auch von Lindnersweg aus ist der von den Laubenpiepern Andreas-Simmack-Weg getaufte Pfad befahrbar. Doch um ihn zu benutzen, müsste Kazimierz Krupski einen deutlichen Umweg fahren, wie er betont. "Da ist doch bei meinem Trekker fast der Tank alle", sagt er.

Kopfschüttelnd steht Frank Köhler neben ihm und zeigt auf die Einfahrt am Lindnersweg. Die Straße soll demnächst gebaut werden, erklärt er und fürchtet, dass dann während der Bauzeit gar kein Zugang mehr möglich ist. Außerdem verweist der Gartenvereins-Chef auf die Arbeit, die sich die Gartenfreunde mit der Grünfläche an den Kleingärten gemacht haben.

Sabine Jahnke, Fachbereichsleiterin Bauen, versucht indes, die Wogen zu glätten. Das Problem aus ihrer Sicht: Die Straße Am Busch ist neu gebaut worden. Dabei sind Mulden angelegt worden, in denen am Straßenrand Wasser versickern kann. "Diese Mulde wird an der Stelle zerfahren", sagt sie. Zudem sei auch schon die Mulde zugeschüttet worden, damit sie besser befahren werden kann. So geht es aus Sicht der Verwaltung nicht. Zudem soll im Zuge der Aufwertung des Bereiches in Keune durch den Straßenbau auch die Grünfläche am sogenannten Simmackweg wieder in Ordnung gebracht werden.

Jahnke verweist auch auf den geplanten Straßenbau am Lindnersweg. Im Zuge dieses Projektes werde auch eine offizielle Zufahrt zu den Gartenanlagen geschaffen.

Gerade das findet Gartenvereins-Chef Frank Köhler bedenklich. "Während der Bauzeit kann dann niemand hier ran", mahnt er. Der Zeitrahmen dafür sei aber überschaubar, beruhigt Jahnke. Sie sieht das Problem der Zufahrt mit dem Bauprojekt gelöst.

Kazimierz Krupski findet den Vorgang unverständlich, denn er pflege auch Teile der Grünfläche und will sie regelmäßig gemäht haben. "Die ökologische Sache muss doch mehr wert sein als Paragrafen", sagt er.