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Bildung
Von Lewandowski bis Hohe Tatra

Aufstellung auf dem Landkartenteppich: Die Schüler des Gymnasiums beantworteten so einige Fragen von Susanne Albani (M.) vom Polenmobil.
Aufstellung auf dem Landkartenteppich: Die Schüler des Gymnasiums beantworteten so einige Fragen von Susanne Albani (M.) vom Polenmobil. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Wie das Polenmobil Forster Gymnasiasten für Fremdsprache und Nachbarland begeistert. Von Steffi Ludwig

Dass Fußballer Robert Lewandowski aus Polen stammt, wissen viele der Forster Gymnasiasten. Dass aber auch Sänger Mark Forster polnische Wurzeln hat, entlockt ihnen dann doch Staunen. „Das war auch mir neu“, gibt Polnischlehrer Michal Kwasniewski, selbst gebürtiger Pole, zu. Somit hat das Polenmobil zumindest in dieser Hinsicht schon mal ganze Arbeit geleistet. Am Dienstag war es im Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium zu Gast.

Michal Kwasniewski hatte es erstmals nach Forst bestellt, um seine Polnischschüler noch mehr für das Nachbarland und die Sprache zu begeistern. Denn das Sprachangebot an sich erfreut sich am Forster Gymnasium bereits großer Beliebtheit: Polnisch kann als zweite Fremdsprache gewählt werden und sticht oft Französisch und Russisch aus, so Michal Kwasniewski.

Von der 7. bis zur 12. Klasse gebe es jeweils eine komplette Polnisch-Klasse, die Kwasniewski und seine Kollegin Christin Guttke unterrichten. Seit 2010 ist der 33-Jährige, der in Gubin lebt, am Forster Gymnasium, wo es vorher nur eine Polnisch-Arbeitsgemeinschaft gab.

„Czesc!“ – Sprachanimateurin Jolanta Drywa begrüßt die Forster Achtklässler auf Polnisch. Gemeinsam mit Susanne Albani bildet sie das Team des Polenmobils. Da sie selbst aus dem polnischen Landstrich Kaschubien kommt, stellt sie sich auch auf Kaschubisch vor. Da schauen die Forster Schüler dann doch etwas ratlos. Doch Jolanta Drywa, die in Leipzig lebt und in Jena studiert, fängt sie mit ihrer fröhlichen Art wieder ein.

Die Schüler sollen sich auf der großen Landkarte auf dem Boden in Grüppchen aufstellen, je nachdem, wann sie das letzte Mal in Polen waren. Die meisten finden sich bei „vergangene Woche“ ein, waren entweder in Polen einkaufen oder tanken. Auch bei „heute“ steht jemand: Fremdsprachenassistentin Patrycja Furdak, die den Polnisch-Unterricht am Gymnasium unterstützt und vom staatlichen Schulamt finanziert wird, ist aus Breslau gekommen.

Dann sollen sich alle auf Polnisch vorstellen. Das klappt gut. Ebenso das polnische Bingo, in dem persönliche Fragen beantwortet werden. Wenn einige Sätze von den Forstern noch zögerlich ausgesprochen werden, hilft Jolanta Drywa und spricht noch einmal langsam vor.

Dann geht es um Landeskunde, die Schüler sollen die sieben Nachbarländer mit Hauptstädten nennen und sich auf der Landkarte postieren. „Wie heißt das Gebirge im Süden Polens?“, will Susanne Albani wissen. Zunächst weiß keiner Bescheid, so fragt Susanne Albani nach erfolgreichen Skispringern, die von dort kommen. „Kamil Stoch“, weiß ein Schüler. „Und Adam Malysz.“ Susanne Albani löst auf, dass es sich um die Hohe Tatra handelt. Und zeigt auf der Landkarte auch die Masuren, die Weichsel und die alte Königsstadt Krakau mit einem der größten Marktplätze Europas. Sie lernen, dass Polen genau wie Deutschland 16 Bundesländer, die Wojewodschaften, hat. Am besten kennt sich in der Landeskunde der 15-jährige Piotr aus, hat er doch polnische Wurzeln, genau wie Viktoria.

Aber beim Zählen und bei einem Zahlenspiel können auch die übrigen Forster Schüler punkten – die Zahlen mit den vielen Zischlauten kommen ihnen scheinbar mühelos über die Lippen. Nach 90 Minuten ist ihr Workshop beendet. „Ich fand es richtig gut“, sagt nicht nur Piotr. Dann sind auch die 7. Klassen dran.

Am Montag war das Polenmobil bereits in der Grünen Grundschule Grano zu Gast.