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| 17:17 Uhr

Fragen zur Pflege? Hier gibt es Hilfe!
Die meisten Betroffenen werden zu Hause gepflegt

 Pflegebedürftige dürfen niemals zum Essen gezwungen werden. Gerade Angehörige kennen die Vorlieben und können so zum Essen motivieren.
Pflegebedürftige dürfen niemals zum Essen gezwungen werden. Gerade Angehörige kennen die Vorlieben und können so zum Essen motivieren. FOTO: dpa-tmn / Caroline Seidel
Cottbus/Spree-Neiße. Unabhängige Beratung ist mehr als 2000 Mal gefragt im Jahr. Netzwerk der Helfer erweitert sich. Von Beate Möschl

In Sachen Pflegeberatung gibt es kaum eine Pause. Die Sprechzeiten im Pflegestützpunkt Cottbus sind stets gut besucht, die Pflege- und Sozialberaterinnen Cornelia Brux, Doris Seiler, Sandra Oertel und Delia Klementz gut vorbereitet.

Die Mitarbeiterinnen des im Jahr 2010 eröffneten Pflegestützpunktes geben ebenso wie ihre Kolleginnen in Forst umfassend, kostenlos und unabhängig von den Kranken- und Pflegekassen sowie den Trägern Rat zur Pflege. „Wir sind für jeden, der Beratungsbedarf hat, da und für alle Altersgruppen. Pflege ist nicht nur ein Thema im Alter. Jeder kann plötzlich in eine Situation kommen, wo er Hilfe benötigt, und auch junge Familien mit behinderten Kindern benötigen Hilfe“, schildert Cornelia Brux.

Mehr als 2200 Beratungsgespräche hat des Team das Pflegestützpunktes im vergangenen Jahr durchgeführt, darunter mehr als 1500 Erstberatungen. Durch die Änderung des Pflegestärkungsgesetzes und der Pflegestufen in Pflegegrade gab es einen erhöhten Beratungsbedarf. Und der reißt nicht ab.

„Es hat sich herumgesprochen, dass es uns gibt, die Leistungsträger schicken Patienten oft zu uns, oder Bekannte von Betroffenen, die mit dem Thema Pflege schon Berührung haben“, berichtet Delia Klementz. Sie ist als Sozialberaterin für den gerontopsychiatrischen Verbund Cottbus/Spree-Neiße spezialisiert auf Fragen zu Hilfen für Demenzerkrankte und deren Angehörige. Diese spezielle Beratung findet auch im Pflegestützpunkt Cottbus statt und ist Bestandteil des Konzeptes.

Das Spektrum des Beratungsbedarfes ist groß. „Wir haben viele ältere Einwohner in Cottbus und viele werden zu Hause gepflegt von ihren Angehörigen. Brandenburg ist eines der Bundesländer, in denen Pflegebedürftige am häufigsten zu Hause versorgt werden. Das ist der Moment, wo es viele Fragen zu klären gibt. Dann sind wir da und klären auf, worauf die Betroffenen Anspruch haben, wo sie zusätzliche Hilfen finden, die auch den Angehörigen das Leben erleichtern“, schildert Cornelia Brux und fügt an: „Das klassische Beispiel sind ältere Ehepaare, beide über 80, die Kinder sind weit weg, dann pflegt oft ein Ehepartner den anderen. Mit viel Glück wird vielleicht noch Pflegegeld beantragt, aber oft stößt der Ehepartner an Grenzen oder wird selbst krank und pflegebedürftig. Was dann?“

Oft seien es Ärzte, Nachbarn oder die Krankenkassen, die dann raten, zum Pflegestützpunkt zu gehen. „Bei uns gibt es dann meist ein langes Gespräch. Vertraulich“, sagt Cornelia Brux.

Es muss nicht immer gleich ein Platz in einer Seniorenwohnstätte sein. Das gewohnte heimische Umfeld sei für viele Betroffene immer noch ein wichtiger Halt. Allerdings sei es auch wichtig, dass die Angehörigen sich nicht permanent überfordern. Hauskrankenpflegen seien eine wichtige Unterstützung, aber auch die Tagespflegen.

„Die Tagespflege ist ein Super-Angebot für beide Seiten. Der Pflegebedürftige bekommt neue Anregungen. Angehörige können wichtige Dinge erledigen und sicher sein, dass ihr Familienmitglied in der Zwischenzeit professionell betreut wird.“ Auch über verschiedene Träger sei Entlastung zu finden, ehrenamtliche Helfer zum Beispiel, die mit den Betroffenen einkaufen oder spazieren gehen.