Es ist ein regnerischer Tag in Eichwege. Die Einwohner des Döberner Gemeindeteils haben Schutz in ihren Häusern gesucht. Vor die Tür geht niemand. Das wiederum ist in einigen Bereichen des Ortes auch bei schönem Wetter kein Vergnügen. Es kann sogar sehr gefährlich werden. Denn einige der Häuser stehen nur einen Meter von der Straße entfernt, die wiederum gern von Lkw-Fahrern in Richtung Jerischke genutzt wird.

„Jeder, der die Dorfstraße bei uns kennt, der sieht das Problem“, sagt Monika Löffler. Die Chefin der Fraktion HWESV/AfD hat das Thema deshalb in die Döberner Stadtverordnetenversammlung gebracht. Die zulässige Geschwindigkeit auf der Kreisstraße 7101 in der Ortsdurchfahrt Eichwege soll künftig auf 30 Stundenkilometer reduziert werden. So sah es zunächst ein Antrag vor, den die Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt hat. Demnach soll die Geschwindigkeitsbegrenzung für den Abschnitt zwischen der Bushaltestelle Möbelmarkt Dorfstraße bis zum Ortsausgang Jerischke gelten.

Antrag zu Tempo 30 zunächst auf Eis gelegt

Doch der Antrag wurde zunächst auf Eis gelegt. Wegen mangelnder Erfolgschancen, wie Sören Reichelt, Fachbereichsleiter im Amt Döbern-Land, erklärte. „Ein politisch motivierter Antrag wird von der Verkehrsbehörde nicht bearbeitet“, sagte er. Stattdessen müsste ein Betroffener den Antrag stellen.

Das ist jetzt nachgeholt worden. So brachte die Fraktion in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung eine Petition von Anliegern der Dorfstraße ein. Mehr als 20 Betroffene haben das Papier mit der Forderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung unterzeichnet. Die Stadtverordneten nahmen die Petition einstimmig an. „Eine Erfolgsgarantie ist unser Beschluss aber nicht“, erklärte Bürgermeister Jörg Rakete (SPD).

Unterschrieben wurde die Petition von Kerstin Krause, die sich nicht zum ersten Mal für eine Verkehrsberuhigung im Ort stark macht. So war es Kerstin Krause, die bei einem Ortsgrundgang schon einmal auf die Sorgen aufmerksam machte. „Die Lastwagen fahren die vorgeschriebene Geschwindigkeit, aber 50 Stundenkilometer hier sind zu schnell“, wurde sie in der Lausitzer Rundschau zitiert. Die Häuser bekämen Risse und bei einigen Anwohnern wackelten die Gläser, wenn ein Lastwagen vorbeirase. Das war ebenfalls im Februar, damals kämpften sich die Eichweger beim Rundgang durch den Schnee – das war vor elf Jahren.