ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:43 Uhr

Jubiläum
Wohlfühlort mit Kulturfaktor

Diana Podlesch in ihrem Pavillon „Genuss & Kunst“ in Forst, den sie nach ihren Vorstellungen eingerichtet hat. Auch ein Klavier steht bereit.
Diana Podlesch in ihrem Pavillon „Genuss & Kunst“ in Forst, den sie nach ihren Vorstellungen eingerichtet hat. Auch ein Klavier steht bereit. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Diana Podlesch betreibt seit fünf Jahren Pavillon „Genuss & Kunst“ und plant offene Bühne. Von Steffi Ludwig

Sie ist kulturinteressiert, kreativ mit immer neuen Ideen, schon immer kochbegeistert und gern ihr eigener Herr – von daher bündelt der Pavillon „Genuss & Kunst“ offenbar genau die Stärken und Vorlieben von Diana Podlesch. Seit inzwischen fünf Jahren leitet die 43-jährige Forsterin nun schon das achteckige Gebäude, das einst als Blumenpavillon von ihren Eltern Gabriele und Hans-Rainer Engwicht errichtet wurde und sich nun als Restaurant, aber auch Ort der Kultur versteht.

Denn seit rund zwei Jahren finden hier die fast immer ausverkauften „Talks im Pavillon“ statt: eine Gesprächsreihe mit Schauspielern, Sängern oder Sportlern, von denen das Publikum viele noch aus DDR-Zeiten kennt. Uta Schorn oder Annekathrin Bürger, Gojko Mitic oder Dagmar Frederic waren schon da. Es moderiert Lutz Hoff, bekannt unter anderem als Moderator aus der Sendung „Schätzen Sie mal“, der in vielen Fällen auch die Kontakte vermittelt. „Ich habe ihn kennengelernt, und irgendwie ist sofort der Funke übergesprungen und die Idee entstanden, diese Reihe gemeinsam in Forst zu versuchen“, berichtet Diana Podlesch. „Und die Veranstaltung ist wie ein Geschenk für uns, es ist immer voll.“ Und auch wenn nur rund 40 Gäste in den Pavillon passen, machen diese den Ort doch bekannt und kommen im günstigsten Fall auch mal zum Essen wieder.

„Wir verstehen uns nicht als Szenelokal, sondern als bodenständiger Wohlfühlort mit Kulturfaktor“, so Diana Podlesch. Und der ist es auch für sie, hat sie den Pavillon doch nach ihren eigenen Vorstellungen eingerichtet. Der Umbau des Blumenpavillons damals sei eine große Investition gewesen, und sie habe gewusst, dass es eine Weile dauern wird, bis sich alles rentiert. „Denn wir sind in Forst und nicht am Kudamm“, sagt die frühere Floristikmeisterin augenzwinkernd.

Das erste Jahr sei für sie als Quereinsteigerin schwierig gewesen. Aber habe sich vieles stabilisiert und es müsse zumindest nichts mehr in den Pavillon hineingesteckt werden. Glücklicherweise habe sie einen Mann mit verlässlichem Einkommen und eine Familie, die sie unterstütze. Denn schließlich hat Diana Podlesch auch noch sechs Kinder: die Größte ist bereits 16, die Jüngste werde im Juni zwei Jahre alt. „Aber es klappt gut, auch auf meine drei Mitarbeiter kann ich mich sehr verlassen“, sagt sie, die ansonsten von Abrechnung über Putzen, Internet und Kulturangebot alles selber macht. Sie wisse über die Zwänge, aber auch die Freiräume als Selbstständige und habe inzwischen gelernt, entsprechend ihres „persönlichen Akkustandes“ zu agieren.

Auch bei der wiederbelebten Forster Kneipennacht 2014 und 2015 war sie mit dem Pavillon dabei. Nach dem Ausscheiden des „Zugpferdes“ Franz Worrich war jedoch keine weitere Kneipennacht zustande gekommen. „Es müsste jemand Externes, vielleicht von der Stadt, die Fäden zusammenhalten. Wir können das nicht leisten“, so Diana Podlesch. Sie testet dafür am 21. April erstmals eine offene Bühne. Profi­musiker und Amateure verschiedener Stilrichtungen sollen im Pavillon live miteinander musizieren. Bisher hätten der Musiker Henri Kunze, Bassist Darius Thümmel, die Gitarristen Simon Dobrzewski und Karsten Fiebig sowie Schlagzeuger Tim Wiegeleben zugesagt. Alle sind entweder aus Forst oder spielen hier in Bands zusammen. „Auch ich werde mich als Hobbysängerin beteiligen“, so Diana Podlesch. „Ich bin gespannt, was am Ende dieses Abends für ein gemeinsames Repertoire entsteht.“