| 02:35 Uhr

Parkverbund holt neue Partner

Der Rhododendronpark Kromlau (oben l.), der Schlosspark Altdöbern (oben r.), der Schlosspark Zagan und der Schlosspark Neschwitz (unten r.) verstärken im nächsten Jahr den Parkverbund.
Der Rhododendronpark Kromlau (oben l.), der Schlosspark Altdöbern (oben r.), der Schlosspark Zagan und der Schlosspark Neschwitz (unten r.) verstärken im nächsten Jahr den Parkverbund. FOTO: Weiss
Forst. Noch bekannter soll der Europäische Parkverbund Lausitz in den nächsten Jahren werden, so jedenfalls wünschen es sich die bisherigen Mitglieder. Seit 2010 habe das Projekt eine gute Entwicklung genommen, formuliert Gert Streit, Direktor der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz am Mittwoch im Forster Rosengarten. Katrin Kunipatz

Neben Branitz gehören auch der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, der Rosengarten Forst und der Brühlsche Schlosspark Brody (Pförten) zum Verbund.

Im Februar 2018 werden deshalb fünf neue Mitglieder in den Europäischen Parkverbund aufgenommen: der Schlosspark Altdöbern, die barocke Parkanlage im sächsischen Neschwitz, der Rhododendronpark Kromlau sowie östlich der Neiße der Park Zatonie in Zielona Gora und der Schlosspark Zagan. Ausschlaggebend für die Auswahl der neuen Partner war deren Verbindung zum Motto "Von Brühl bis Pückler", das seit der Gründung des Lausitzer Parkverbundes die inhaltliche Klammer bildet.

Begeistert spricht Cord Pannig, Leiter der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskaus, über die verschiedenen Querverbindungen. So war Carl Heinrich von Heineken Sekretär des Grafen Brühl. Er lebte in Altdöbern und hat nicht nur Brühl, sondern auch sein Haus in der Lausitz mit barocken Kunstwerken ausgestattet. Gestaltet wurde der Park in Altdöbern jedoch von Eduard Petzold, der wiederum Garteninspekteur bei Pückler war.

Katrin Peter, Bau- und Ordnungsamtsleiterin im Amt Altdöbern, sind diese Fakten bekannt. Regional habe der im Eigentum der Gemeinde befindliche Schlosspark bereits Bekanntheit erlangt. Um die Unterhaltung kümmern sich der Bauhof und seit fast zehn Jahren die internationale Jugendbauhütte. Für wirksames Marketing habe die Gemeinde jedoch keine Kraft. "Wir hoffen gerade in diesem Bereich auf Unterstützung durch den Verbund", sagt die Vertreterin aus Altdöbern. Ähnliche Wünsche formuliert auch Katrin Ullrich von der sächsischen Gemeinde Neschwitz. Hilfreich seien auch Hinweise zur Pflege der Anlage oder ganz konkret bei der Veranstaltungsvorbereitung, wünscht sie sich.

Der vielleicht interessanteste Partner im neuen Verbund sind Schloss und Park im polnischen Zagan (Sagan). "Herzogin Dorothea lies, von Pückler beeinflusst, den Park anlegen", erklärt Cord Pannig. In ihrer Totalität sei ihre Gestaltung der Pücklers ähnlich und erfasse die Landschaft bis zum Horizont. Ein Projekt der Herzogin zuvor war der in der Wiedererweckung befindliche Park in Zatonie (Günthersdorf). Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Querverbindungen zwischen den Anlagen sowie den dort einst wirkenden und verantwortlichen Fürsten und Herzogen.

Gerade in dieser Vielfalt bestehe die besondere Chance für den Europäischen Parkverbund. "Mit der bereits hohen Qualität der Anlagen und der überall vorhandenen touristischen Infrastruktur sollte es gelingen, Touristen für drei oder vier Tage in die Region zu locken", so Cord Pannig. "Aber auch die Leute vor Ort müssen die Schätze kennenlernen", betont Gert Streit.

Beim Marketing wollen die Akteure neben den klassischen Wegen vor allem auch auf die neuen Medien setzen, um junge Menschen zu erreichen. Wichtig ist den verschiedenen Partnern auch ein regelmäßiger Austausch, der natürlich koordiniert werden muss. Für beides braucht es Personal und Geld. Deshalb sollen Interreg-Mittel beantragt werden, die bei einer Bewilligung im kommenden Jahr bis 2020 zur Verfügung stehen könnten, so Bernd Warchold. Die Stadt Cottbus will dabei für den gesamten Parkverbund die Antragstellung übernehmen.

Auch Sven Zuber, Vertreter der Stadt Forst, schätzt die Aufnahme der fünf anderen Parks positiv ein. Diese Zusammenarbeit auf fachlicher und touristischer Ebene biete neue Perspektiven für den Parkverbund.