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Paketrechnung kommt nach 17 Jahren

Veronika Struck aus Forst hat sich den Schriftwechsel mit Quelle vor 17 Jahren aufgehoben.
Veronika Struck aus Forst hat sich den Schriftwechsel mit Quelle vor 17 Jahren aufgehoben. FOTO: Köhler
Als Veronika Struck aus Forst den Brief des Inkassodienstes in ihrem Briefkasten entdeckt, traut sie ihren Augen nicht. Für ein Bestellung, die sie 1997 beim inzwischen insolventen Versandhandel Quelle aufgab und nach eigenen Angaben nie erhalten hat, soll sie nun 1140 Euro bezahlen.

Veronika Struck ist fassungslos. Ein Inkassodienst hat sie angeschrieben und gegenüber der Rentnerin eine Forderung von 1140 Euro erhoben - für eine Bestellung bei Quelle aus dem Jahr 1997, die sie eigenen Angaben zufolge nie erhalten hat. "Ich habe mir damals Ware für knapp 400 DM bestellt", erinnert sie sich. Wochenlang habe sie auf die Bestellung gewartet, die jedoch nicht bei ihr eintraf. "Ich hatte mich damals an Quelle gewandt als mir eine Rechnung zugeschickt worden ist, weil ich nichts bezahlen wollte, was ich nicht erhalten habe."

Quelle hatte ihr darauf hin zwei Pakete geschickt, allerdings nicht mit dem, was sie bestellt hat. Diese habe sie wieder zurückgeschickt und beschlossen: "Ich will nichts mehr von denen haben." Darauf hin hat die Forsterin über zwei Jahre mehrere Schreiben von Rechtsanwälten und Inkassodiensten erhalten, die sie zur Zahlung ihrer Bestellung aufforderten. "Ich bin dann zur Polizei gegangen und habe Anzeige erstattet", sagt Veronika Struck. Im damaligen Schreiben von 2002 erklärt die Staatsanwaltschaft: "Quelle konnte nachweisen, dass sie das Paket abgeschickt haben, allerdings waren die Ermittlungen bei der Post ergebnislos." Der Fall wurde 2002 geschlossen und die Rentnerin von Quelle nicht mehr angeschrieben.

Zwölf Jahre später, 2014, erhält Veronika Struck erneut ein Schreiben eines Inkassodienstes, welches beauftragt durch die Insolvenzverwalter von Quelle offene Rechnungen eintreiben sollen. Mittlerweile, so das Schreiben, habe sich der Gegenstandswert auf 1140 plus 41 Euro Verfahrensgebühren erhöht. "Ich hatte so lange Ruhe und nun geht alles wieder von vorn los", befürchtet Struck.

Wolfgang Baumgarten von der Verbraucherzentrale Brandenburg (VBZ) beschwichtigt: "Man sollte bei solchen Fällen darauf achten, ob diese Forderungen noch geltend gemacht werden können." Es gelte in Deutschland eine Verjährungsfrist von drei Jahren, "wenn es kein gerichtliches Einschreiten in der Zwischenzeit gegeben hat", bekräftig Baumgärtner. Veronika Struck will sich jetzt auf die Verjährung berufen und keinesfalls Geld überweisen.