Dieses Jahr gibt es, wahrscheinlich das erste Mal, seitdem die Forster Stadtkirche St. Nikolai existiert, keinen Gottesdienst der Gemeinde zum Ostersonntag. Dafür ist die Kirche, unter entsprechenden Sicherheitsvorschriften, von 8 bis 10 Uhr für persönliche Andachten geöffnet.

„Das ist eine traurige neue Erfahrung, Ostern so ohne Gemeinschaft feiern zu müssen. Auch weil gerade zu diesem Gottesdienst traditionell viele Familien kommen.“, sagt Pfarrer Christoph Lange. „Ostern ist eigentlich das höchste Fest im Kirchenjahr und war früher das wichtigste Fest der Christenheit, noch vor Weihnachten. In diesen fröhlichen Auferstehungs-Gottesdiensten feiern wir ja im Kern den Sieg über den Tod – die große christliche Hoffnung.“

Der Ostergottesdienst kommt im Forster Stadtfernsehen

Anstelle des Gottesdienstes live in der Stadtkirche gibt es neben der persönlichen Andacht noch die Möglichkeit, den Ostergottesdienst des evangelischen Kirchenkreises Cottbus, zu dem Forst gehört, am Bildschirm zu verfolgen. Dazu wurde ein Film mit dem Ostergottesdienst gedreht, der in verschieden Kirchen der Region, darunter auch in Forst, aufgenommen wurde. Er wird am Ostersonntag ab 10.30 Uhr im Forster Stadtfernsehen gesendet.

„Die Neuorganisation des Gottesdienstes ist schon von der Sache her eine ziemliche technische Herausforderung. Aber wir haben gute Leute – und wo eine Wille ist, da klappt es auch. Und es ist schon eine interessante Sache, dass man auch auf diese Weise Menschen erreichen kann“, meint der Pfarrer.

Die Gläubigen in Forst bringen Verständnis für die Lage auf

Nach seiner Einschätzung treffen der Ausfall des Ostergottesdienstes und die andern Corona-Maßnahmen überwiegende auf Verständnis. Denn für die Gemeinde fallen derzeit ja nicht nur die Gottesdienste aus, sondern auf Eis liegen auch Chöre, Jugendgruppen, Konfirmandenunterricht und viele andere Dinge des kirchlichen Lebens. „Die Leute sind schon betroffen, dass Gewohntes nicht stattfindet aber es gibt Einsicht in die Notwendigkeit“, so Pfarrer Christoph Lange

Ganz besonders bedrückt ihn jedoch die Situation in den Pflegeheimen und Krankenhäusern. „Wir müssen ja auch unsere üblichen Gottesdienste in den Heimen absagen. Für die dort Lebenden, die jetzt auch keinen Besuch von Angehörigen empfangen dürfen, ist die Osterzeit 2020 doppelt schwer.“