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| 16:42 Uhr

Halbzeit im Schwimmbad
Ort zum Lernen und Abkühlen

Im Freibad Forst bringt Susanne Noack seit 20 Jahren Kindern das Schwimmen bei. Sie tut es ehrenamtlich bei der Wasserwacht Forst.
Im Freibad Forst bringt Susanne Noack seit 20 Jahren Kindern das Schwimmen bei. Sie tut es ehrenamtlich bei der Wasserwacht Forst. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Hitze lockt viele Besucher in die Bäder. Im Freibad Forst laufen verschiedene Schwimmkurse. Von Katrin Kunipatz

„Anhocken, grätschen, lang.“ Wie ein Mantra wiederholt Susanne Noack diese Worte immer wieder. Vor ihr im Wasser des Nichtschwimmerbeckens haben vier Kinder den Oberkörper auf die Schwimmsprosse gelegt und mühen sich um die korrekte Beinbewegung. Sie gehören zu den insgesamt 48 Kindern, die in den ersten beiden Wochen der Sommerferien am Schwimmlager der DRK-Wasserwacht Forst teilnehmen.

Susanne Noack betreut seit über 20 Jahren den zweiwöchigen Kurs. Sie ist Schwimmlehrerin an der Grundschule Mitte und als Rettungsschwimmerin Mitglied der DRK-Wasserwacht. „Ziel ist das Seepferdchen“, so Susanne Noack. Es bestätigt, dass die Kinder mindestens 25 Meter ohne Hilfsmittel schwimmen können. Doch nicht nur Anfänger sind im Schwimmlager. „Einige kommen jedes Jahr“, so die Rettungsschwimmerin. „Ein Junge will in diesem Sommer das Jugendschwimmabzeichen in Gold ablegen.“ Für das Schwimmlager engagiert sich Noack genau wie die drei anderen Schwimmlehrerinnen ehrenamtlich. Hilfe bekommen sie von vier Juniorrettern der Wasserwacht. Sie haben eine abgeschlossene Ausbildung als Rettungsschwimmer, sind aber noch nicht 18 Jahre alt und trainieren mit den älteren Kindern.

Die Teilnehmer des Schwimmlagers sind nicht die einzigen Besucher an diesem sonnigen Montag. Winfried Meyer betreut das deutsch-polnische Schwimmlager, an dem 23 Kinder teilnehmen. Es gehört seit vielen Jahren zum festen Programm in den Sommerferien. Das Schwimmlager gibt sogar schon seit 1959, berichtet Schwimmmeister Lutz Berbig.

Am Vormittag betreten vor allem Familien mit Kindern oder Großeltern mit Ferienkindern das Bad. „Die besucherstärkste Zeit ist der späte Nachmittag“, sagt Lutz Berbig. Vor allem am Wochenende werden die Schwimmmeister dann von den Rettungsschwimmern der Wasserwacht Forst unterstützt. Die personelle Situation sei komfortabel, so Berbig. Sechs Schwimmmeister decken in zwei Schichten die Öffnungszeiten zwischen 9 und 20 Uhr ab. Kassierer und Hausmeister sind ebenfalls Rettungsschwimmer. Viele Augen seien im Forster Freibad auch nötig. Es gibt zwei Nichtschwimmer- und ein Schwimmerbecken sowie drei Rutschen. Gesondert beaufsichtigt wird der Sprungturm mit Ein- und Dreimeterbrett und Plattformen in fünf und zehn Meter Höhe. In der Region gebe es nichts Vergleichbares, so der Schwimmmeister.

Wie in jedem Freibad schwankt die Zahl der Badegäste mit den Außentemperaturen. An Rekordtagen sind 3000 Besucher im Freibad. Auch wenn die nicht zeitgleich im Wasser sind, zieht Lutz Berbig normale Tage mit 800 Badegästen vor. Diese könnten sich im Juli und August wieder einstellen, denn erfahrungsgemäß geht es erst in den Sommerferien richtig los. Der Saisonstart lässt hoffen. 4000 Badegäste waren in den letzten beiden Maiwochen im Forster Freibad. „Soweit ich zurückdenken kann, hat es das noch nicht gegeben“, sagt der Schwimmmeister. Im mit Regen und Gewitter durchsetzten Juni kamen 6523 Gäste ins Bad. Etwa die Hälfte der Besucher reist aus dem benachbarten Polen an.

Selbst wenn es in dieser Woche kühler wird, das Schwimmlager geht weiter. Baderegeln lernen die Kinder auch ohne Wasser. Schwimmmeister Lutz Berbig jedenfalls würde sich über Regen freuen. Rasen und Grünanlagen brauchen ihn dringend.