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| 14:37 Uhr

Neues Beratungsangebot
Orientierungshilfe und Vertrauen

Die neue Beraterin Bettina Groeger (r.) mit BQS-Chefin Anett Müller vor der neuen Beratungsstelle in der Metzer Straße in Forst.
Die neue Beraterin Bettina Groeger (r.) mit BQS-Chefin Anett Müller vor der neuen Beratungsstelle in der Metzer Straße in Forst. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Neue Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung ist in Forst mit Bettina Groeger gestartet. Von Steffi Ludwig

Zum 1. Januar ist sie gestartet, die neue Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen in Forst. Sie ist die einzige dieser Art für den Landkreis Spree-Neiße und Cottbus. Den Zuschlag und rund 225 000 Euro an Bundesmitteln hatte die Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Strukturfördergesellschaft BQS Döbern bekommen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert diese sogenannte ergänzende unabhängige Teilhabeberatung.

Bettina Groeger (52) ist seit Januar als Beraterin im Einsatz. Auch wenn die Räume in der Metzer Straße 3 noch nicht fertig umgebaut sind – das Grundbildungszentrum und die Integrationsbegleitung müssen erst noch komplett in die Charlottenstraße umziehen – sei die Beratungsstelle doch schnell angenommen worden. „Wir haben das Gefühl, die Leute haben auf so etwas gewartet“, sagt Bettina Groeger.

Denn solch eine Beratungsstelle gebe es bisher noch nicht: die unabhängig sei und alle Menschen mit Behinderung in den verschiedensten Aspekten berate. „Im Grunde geht es um die Verbesserung der Teilhabe in allen Bereichen“, bringt es Bettina Groeger auf den Punkt. Einmal umfasst dies die Arbeitsmöglichkeiten und die gesetzlichen Neuerungen, um Behinderte am Arbeitsleben zu beteiligen. „Aber auch gesellschaftliche Facetten wie die, dass noch nicht genügend öffentliche Einrichtungen barrierefrei sind, spielen eine Rolle.“

Aber auch Beratungen zu finanziellen Angelegenheiten im Hinblick auf Rentenkasse, Krankenkasse und Jobcenter sind ein Thema. „Es kann jedoch ebenso in den privaten Bereich hineingehen“, nennt die Beraterin die möglichen Aspekte. „Wir möchten eine Orientierungshilfe geben und dem Betroffenen verschiedene Wege aufzeigen.“ Dafür seien auch zeitintensive Gespräche notwendig, um eine Beziehung und  Vertrauen aufzubauen.

Bettina Groeger freut sich über ihre neue Aufgabe. Mehr als 20 Jahre hat sie im Behindertenbereich bei einem großen Träger in Berlin gearbeitet. Die Heilerziehungspflegerin leitete zuletzt eine Autistengruppe, was aufgrund entsprechender Rahmenbedingungen sehr gut funktioniert habe. Doch dann wollte sie sich beruflich verändern und auch weg aus Berlin. Bei einer Wanderung auf dem Jakobsweg hatte sie sich in einen Cottbuser verliebt und zog nach Cottbus.

Nun habe sie in ihrer neuen Stelle einen ganz anderen Blick auf die behinderten Menschen und könne  auch etwas bewegen, hofft Bettina Groeger. Ihr Ziel ist es, Behinderte zusammenzubringen, damit sie Erfahrungen teilen oder voneinander lernen können – vielleicht in einer Selbsthilfegruppe. Denn in Forst gebe es viele weiße Flecken hinsichtlich der Selbsthilfe, es existiere auch keine Koordinatorin wie in Spremberg oder Guben. In das Peer Counseling, die Beratung von Behinderten für Behinderte, setzt Bettina Groeger große Hoffnungen. Eine Sehbehinderte habe sie dafür bereits begeistern können.

Die Erwartungshaltung der Betroffenen sei hoch. Um die Beratung noch kompetenter zu machen, gebe es im April eine Qualifizierung bei der Fachstelle in Berlin. Im Juni werden sich bei einem großen Forum Mitarbeiter von mehr als 500 Beratungsstellen treffen.

Bettina Groeger wird demnächst eine Kollegin bekommen. Die Bewerbungen auf die halbe Beraterstelle würden derzeit bearbeitet, teilt BQS-Geschäftsführerin Anett Müller mit. Die Bundesmittel seien  für drei Jahre ausgereicht, bei gutem Verlauf könne die Beratung verstetigt werden.