Zahlen haben manchmal eine mächtige Wirkung: Erst recht, wenn es um viel Geld geht, das eigene Portemonnaie aber eher leer ist.
In dieser Situation haben die Gemeindevertreter von Wiesengrund in ihrer jüngsten Sitzung den Beschluss gefasst, dass die neue Eisenbahnüberführung, die das in die Jahre gekommene Bauwerk im Forster Weg im Ortsteil Gosda ersetzen soll, ohne großen Schnickschnack auskommen soll.

Gemeindevertreter von Wiesengrund verabschieden sich von kostspieliger Variante

Ursprünglich hatten die Abgeordneten an ein schickes Bauwerk gedacht: So sollte die Brücke verklinkert werden, damit sie ihren Charakter behält. „Sie sieht auch in ihrem aktuellen Zustand schon gut aus“, sagte Bürgermeister Norman Schlüter. Doch zugleich musste er eingestehen: „Die Kosten sind für uns utopisch.“
Denn während die Brücke selbst durch die Bahn finanziert wird, müsste die Gemeinde Sonderwünsche aus dem eigenen Topf bezahlen. Die Amtsverwaltung Döbern-Land hatte in einer Schätzung alleine die Kosten für das Verblendmauerwerk mit 75 000 Euro angegeben. Folgekosten wären dabei noch hinzugekommen, denn in dieser Variante hätte das Bauwerk auch noch eine größere Spannweite erhalten müssen.

Amtsverwaltung rät von teuren Zusatzwünschen für die Brücke in Gosda ab

Die Amtsverwaltung gab deshalb die Empfehlung ab, auf teure Zusatzwünsche zu verzichten. Im Hinblick auf die derzeitig angespannte Haushaltslage, die sich höchstwahrscheinlich in den nächsten Jahren nicht deutlich verbessern werde, sowie in Abwägung von freiwilligen und Pflichtaufgaben, empfiehlt die Verwaltung, von einer Verklinkerung des Brückenbauwerks abzusehen, hieß es in der Beschlussvorlage. Es handle sich hierbei um keine Pflichtaufgabe. Das Geld, das dafür verwendet werden müsste, sollte anderweitig in der Gemeinde eingesetzt werden.
„Dann haben wir eine Stahlbetonbrücke im Wald stehen, damit kann man leben“, so Steve Urbitsch vom Döberner Bauamt. Wichtig sei, eine Entscheidung zu treffen, damit die Bahn die Planungen vorantreiben könne.

Die Sanierung der Brücke in Gosda beginnt frühestens 2026

Die Entscheidung der Gemeindevertreter fiel schließlich einstimmig aus. Angesichts der vorgebrachten Argumente gab es auch keine Diskussionen.
Mit der Umsetzung müssen sich die Gosdaer allerdings noch ein wenig gedulden. Nach letzter Auskunft der Bahn ist die Sanierung der Brücke frühestens für das Jahr 2026 eingeplant.