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Ohne Feuerwehr geht nichts

Die Jether und Smarsoer Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr blickten im vergangenen Jahr auf 70 erfolgreiche Jahre zurück. 1909 gründete sich zunächst der Spritzenverband Jethe-Smarso aus dem 1934 die Freiwillige Feuerwehr Jethe hervorging. Als 1939 der 2.Weltkrieg ausbrach, wurden die meisten Kameraden zur Wehrmacht eingezogen, von denen viele nicht oder verwundet beziehungsweise dienstunfähig zurückkamen. Das Spritzenhaus und die Handdruckspritze überstanden die Wirren des Krieges. Von Gerd Kundisch

Um den Brandschutz und die Brandbekämpfung zu sichern, wurden die örtlichen Feuerwehren neu organisiert und aufgebaut. Die Jether Kameraden zählten schon bald mit zu den Besten im inzwischen gebildeten Wirkungsbereich Groß Schacksdorf. Um neue Uniformen kaufen zu können, mähten die Kameraden in ihrer Freizeit mit der Sense die nassen Wiesen der Bauern. 1958 folgten Einsätze beim Neißehochwasser im Raum Briesnig, auch konnte der Schlauchtrockenturm in jener Zeit gebaut werden, wobei die Kameraden viele Stunden leisteten. 1962 gründete sich die Frauenlöschgruppe, die eine aktive Arbeit leistete. Als ein großer Höhepunkt gestaltete sich 1984 das 50-jährige Gründungsjubiläum mit Wettkämpfen in den Disziplinen des Feuer-wehrkampfsportes. In der Zeit der politischen Wende in der DDR löste sich die Freiwillige Feuerwehr in Jethe faktisch auf, so dass der Dienstb etrieb zum Erliegen kam.
Bemühungen, die Wehr erhalten zu können, scheiterten zunächst. Aus Einsicht in die Notwendigkeit übernahm 1992 Kamerad Martin Rein nochmals die Führung der Wehr, die er bereits 1954-1959 innehatte. Wie wichtig die Existenz einer eigenen und einsatzbereiten Wehr ist, zeigte sich im Februar 1993 bei der Brandbekämpfung in Smarso. Entscheidend für die künftige Entwicklung waren die Beschaffung eines Barkas B 1000 sowie der Sommer- und Winterausrüstung für die Kameraden.
Mit der Aufnahme junger Kameraden im Jahr 1995 zeichnete sich ein Generationswechsel in der Ffw. ab. 1998, Martin Rein vollendete das 70. Lebensjahr, übernahm Löschmeister Frank Wiatzke die Leitung der Wehr. Und kurz vor dem 65. Gründungsfest erhielten Jethes Floriansjünger charmante Verstärkungen. Eine Frauenlöschgruppe gründete sich neu, der Manuela Noack, Sandra Holzbecher, Inga Hugler, Sabrina Biskup, Franziska Sachse, Stefanie Babbe und Stefanie Hanschke angehörten und unter der Leitung von Steffen Tzschernick und Peter Wolenik trainierte. Dass die Kinder des Dorfes ebenfalls Interesse an der Feuerwehr haben, ist natürlich und offenbart sich in der Kinder- und Jugendgruppe. Inzwischen hat Peter Wolenik das Kommando über die Kameradinnen und Kameraden inne, der seit dem Jahr 2002 als Ortswehrführer tätig ist. Siegreich kehrten die Jether Kameradinnen aus Schwarze Pumpe vom achten Pokallauf im L& ouml;schangriff "nass" zurück und brachten den Siegerpokal mit nach Hause. Im vergangenen Jahr musste die Jether Wehr am Himmelfahrtstag zum Löschen des brennenden Geflügelstalles nach Gahry und Anfang August zu einem Waldbrand nach Groß Jamno ausrücken. Im Mai dieses Jahres galt es zum Glück nur zwei kleinere Waldbrände bei Dubrau und Jamno zu löschen.
Im August soll Baubeginn für ein neues Gerätehaus sein. Noch vor Wintereinbruch, so das Ziel, wird das Dach gedeckt sein. Und das ohne Fördermittel, lediglich mit Zuschüssen vom Amt Döbern-Land und der Gemeinde Wiesengrund. Vorher wird allerdings kräftig gefeiert.
Anlässlich des Dorffestes am 13. August, das ganz im Zeichen der 550. Ersterwähnung Jethes steht, wird ein Ausscheid im Löschangriff "nass" stattfinden, an dem etwa 20 Feuerwehren teilnehmen.