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| 12:59 Uhr

Plattform für Nachwuchsmusiker mit Fragezeichen
Die Zukunft der Offenen Bühne ist noch unklar

Karl Lauterbach (Klavier) und Jörg Wenzke (Schlagzeug) begleiten die sangesfreudigen Margit Krüger, Diana Podlesch und Julia Flucke.
Karl Lauterbach (Klavier) und Jörg Wenzke (Schlagzeug) begleiten die sangesfreudigen Margit Krüger, Diana Podlesch und Julia Flucke. FOTO: Anja Guhlan
Forst. Die erste offene Bühne im Pavillon „Genuss und Kunst“ in Forst zieht viele unterschiedliche Musiker an. Jedoch kaum Publikum.

Da soll man nochmal meckern, in Forst wäre nichts los. Diana Podlesch ist Initiatorin der ersten offenen Bühne in Forst. Sie möchte den Pavillon „Kunst & Genuss“ mit Musik füllen. Musiker aller Stilrichtungen und Genres und jeden Alters sind eingeladen, in offenen Formationen miteinander zu musizieren.

Gekommen sind immerhin mehr als sieben Musiker. Karsten Fiebig hat seine Gitarre mitgebracht. Die wird auch gleich ausgepackt und der erste Song angespielt. „Ich bin eigentlich Gitarrist einer Band, hatte aber richtig Lust heute auf diese offene Formation“, erklärt Karsten Fiebig. „Ich finde es anspruchsvoll, hier zu musizieren, weil ich ja vorher nicht weiß, wer dabei sein wird.“ Der Schlagzeuger Jörg Wenzke schließt sich dieser Meinung an. „Das Herausfordernde ist das gemeinsame Musizieren, obwohl vielleicht unterschiedliche Niveaus vorherrschen. Aber mit einer gewissen Rücksicht klappt das.“

Eher spontan sind die 16-jährige Julia Flucke und ihr bester Freund Karl K. Lauterbach (17) gekommen. Karl spielt schon seit mehr als zehn Jahren Klavier, Julia singt leidenschaftlich gern. Auch sie musizieren mit den anderen Musikern; Lieder wie „Als ich fortging“, „Let it be“ oder „Country Roads“ werden gesungen und gespielt.

„Bei der offenen Bühne soll man Bühnenerfahrungen sammeln, Ängste überwinden und seine Talente zeigen können. Auch wenn nicht gleich immer alles klappt“, erklärt Diana Podlesch. Ganz ungezwungen musizieren daher die Musiker gemeinsam und in immer unterschiedlichen Konstellationen. Später stößt der 74-jährige Wolfgang Rasem aus Forst dazu. „Ich habe über 20 Jahre Blasmusik gespielt. Nun werde ich mich am Klavier probieren, obwohl ich nur sechs Unterrichtsstunden am Klavier gehabt habe. Es geht ums Ausprobieren“, meint er. Das Angebot einer offenen Bühne gefällt ihm. „Um ehrlich zu sein, haben wir früher auch so angefangen zu musizieren“, lächelt Wolfgang Rasem. Er und die anderen Musiker haben sichtlich Spaß.

Für Diana Podlesch ein Zeichen, weiter an der Idee der Offenen Bühne dran zu bleiben. „Ich möchte gerne weitere Auflagen veranstalten. Nicht jeden Monat, aber vielleicht einmal im Quartal.“ Möglicherweise darf Diana Podlesch dann auch mehr Besucher begrüßen. Zur ersten offenen Bühne hat sich kaum Publikum eingefunden. „Vielleicht muss sich das ganze erst herum sprechen und etablieren“, bleibt Diana Podlesch optimistisch.

(ang)