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| 14:39 Uhr

Forst
Ökologisch Gärtnern: Sie tun es

Die Forster Felix (l.), Dominik (2.v.l.) und Friedrich (r.) sowie der Berliner Michael (2.v.r.) arbeiten beim Verein „Schöner Land“ mit.
Die Forster Felix (l.), Dominik (2.v.l.) und Friedrich (r.) sowie der Berliner Michael (2.v.r.) arbeiten beim Verein „Schöner Land“ mit. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Verein „Schöner Land“ will Bewusstsein für die Natur fördern und lädt Interessierte ein. Von Katrin Kunipatz

Ein buntes Muster zieht sich wie ein Streifen über die Fassade des Hauses an der Euloer Straße. „Etwas Farbe kann der Region nicht schaden“, sagt Felix Marten. Er ist Mitglied des Vereins „Schöner Land“, der seit zwei Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei aktiv ist. Ein befreundeter Künstler von der Bauhaus-Universität Weimar habe die Kunst in Rot, Weiß, Gelb, Grün, Pink und Schwarz auf die Wände gemalt und war erfreut, sich selbst verwirklichen zu können.

Genau dies ist das Anliegen des Vereins. „Wir wollen Interessierten eine Plattform bieten, innerhalb unseres sozio-ökonomischen Ansatzes ihre Ideen zu verwirklichen“, erklärt Felix Marten. Er selbst ist in Forst aufgewachsen, lebte in Berlin und hat die Welt bereist. Er kam in seine Heimat zurück. In der ehemaligen Gärtnerei wolle er einen Ort schaffen, an dem sich Menschen begegnen, voneinander lernen und etwas Gemeinsames schaffen.

Im Mittelpunkt steht der ökologische Anbau von Gemüse und anderen Feldfrüchten. Felix, sein Bruder Friedrich, der Forster Dominik und andere Mitstreiter nutzen dafür die ehemaligen Gärtnerei an der Euloer Straße. In den provisorisch hergerichteten Gewächshäusern wachsen Tomaten. Auf dem Kompost wuchern Kürbis und Zucchini. In den Beeten stehen Kohl, Kohlrabi und Paprika. Eine Hälfte der Erde ist mit schwarzer Folie bedeckt, durch Löcher hindurch wachsen die Pflanzen. Felix Marten erklärt, dass es sich um eine vollständig kompostierbare Maisfolie handelt. Sie erwärmt den Boden und verhindert, dass Unkraut zwischen den Gemüsepflanzen wächst. Vom Ergebnis ist der studierte Geisteswissenschaftler begeistert. Er wolle aber auch beobachten, wie sich die Folie auf Mikroorganismen im Boden auswirkt.

Die Brüder Friedrich (l.) und Felix Marten haben in diesem Jahr die Maisfolie bei den Paprikapflanzen ausprobiert.
Die Brüder Friedrich (l.) und Felix Marten haben in diesem Jahr die Maisfolie bei den Paprikapflanzen ausprobiert. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Das Experimentieren steht im Vordergrund. Dominik ist einer der wenigen Forster, die bisher zum Projekt gefunden haben. In einem der alten Frühbeete zieht er unter Glas Wasser- und Honigmelonen. Mohn- und Kornblumen, Borretsch und Wildkräuter wachen in einem anderen Beet. Im Moment verdecken sie die kleineren Rote-Beete-Pflanzen. „Ich möchte ökologisch Gärtnern, ohne Gift“, erklärt er. „Die Wildwiesenblumen locken Insekten an, die mögliche Schädlinge fressen.“ Deshalb werde auch das Gras nicht gemäht. Zusätzlich wurden blühende Pflanzen eingesetzt, die sich in den nächsten Jahren selbst aussamen und  als Bienenweide dienen können. Andere Ideen seien schon uralt, so Felic Marten. Er verweist auf Milpa, eine Mischkultur der Inka, die Mais, Bohnen und Kürbis auf einem Beet anbauten.

Dominik pflegt einige Beet auf dem Vereinsgrundstück. Hier wachsen Wildkräuter zwischen der noch kleine Rote Beete.
Dominik pflegt einige Beet auf dem Vereinsgrundstück. Hier wachsen Wildkräuter zwischen der noch kleine Rote Beete. FOTO: LR / Katrin Kunipatz

Der Verein will sich nicht auf den eigenen Garten beschränken. Mit Spendengeldern wurde das Feld gegenüber erworben. „Darauf könnte man Erdbeeren pflanzen, für die Schulen“, sagt Felix Marten. Sein Wunsch ist es, bei den Menschen das Bewusstsein, für die Natur und die sich gegenseitig bedingenden Prozesse zu fördern. Marten freut sich deshalb über jeden, der sich einbringen will.