(slu) Die Lage an der Grenze, das Radeln an der Neiße entlang, die Geschichten der Städte am Weg – all das sind Punkte, nach denen die zwei Schwaben Helga (67) und Joachim Krämer (66) den Oder-Neiße-Radweg ausgesucht haben. Seit Anfang der Woche radeln sie mit ihren Pedelecs – Elektrorädern, bei denen aber trotzdem ordentlich in die Pedale getreten werden muss – auf dem Radweg. Gestartet in Zittau, machten sie auch in Forst Station für eine Übernachtung. „Die Neiße-Region ist für uns völlig unbekannt und hat uns deshalb gereizt“, sagte Joachim Krämer.

Wohnhaft im mehr als 670 Kilometer entfernten Laupheim, sind die beiden bereits seit Jahren auf den Radwegen Deutschlands unterwegs. Mosel-Radweg, Neckar-Radweg, Lahn-Radweg, Spree-Radweg – alles haben sie schon bereist. Ausgestattet mit ausreichend Kartenmaterial, schaffen sie rund 80 Kilometer pro Tag. „Mehr wollen wir auch gar nicht“, sagt Helga Krämer, die den Radweg in Etappen einteilt. „Ein bisschen Zeit für die Orte dazwischen muss ja auch sein.“ Auf ihren Pedelecs, die durch die Akkus jeweils 28 Kilogramm wiegen, haben sie alles wichtige wie Wechselklamotten dabei, rund zehn bis 15 Kilogramm pro Rad.

Vom Oder-Neiße-Radweg sind sie begeistert: „Die Ausschilderung ist sehr gut, es gibt viele Rastplätze und auch Fahrradgeschäfte am Weg“, so Joachim Krämer. „Auch die Natur genießen wir sehr: Interessant, wie sich die Landschaft vom hügeligen Zittau ins flache Forst verändert. Wir haben Schafherden an der Neiße bewundert, Rapsfelder geschnuppert oder auch mal eine Blindschleiche gesehen“, schwärmt Helga Krämer.

So ging es von Zittau über Rothenburg und Forst weiter nach Guben und Eisenhüttenstadt. Ihr Ziel ist Ahlbeck auf Usedom, wo sie ein paar Tage bleiben wollen.