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Oder-Neiße-Radweg nicht mehr unter Top Ten

Carola Schneider unterwegs auf dem Forster Kegeldamm, auf dem der Oder-Neiße-Radweg entlangführt.
Carola Schneider unterwegs auf dem Forster Kegeldamm, auf dem der Oder-Neiße-Radweg entlangführt. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Jahrelang rangiert der Oder-Neiße-Radweg, der auch an Forst und Guben entlangführt, unter den zehn beliebtesten Radfernwegen Deutschlands. In diesem Jahr ist er in der Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) nur auf Platz 14 zu finden – bei allerdings 147 Routen. Grund dafür mag der geänderte Bewertungsmodus sein. Steffi Ludwig

Carola Schneider (54) tritt auf dem Forster Kegeldamm ordentlich in die Pedale. Hier verläuft der Oder-Neiße-Radweg. Carola Schneider ist ihn schon in südliche Richtung bis Bad Muskau und nördlich bis nach Guben geradelt, unterwegs mit Picknicks im Grünen. "Ich fahre in der Freizeit gerne Rad und finde den Radweg toll", schwärmt sie. Heute bringe sie allerdings nur ihre Einkäufe nach Hause, erzählt die Forsterin beinahe entschuldigend.

Dass die Route diesmal nicht ganz so gut weggekommen ist in der Radreiseanalyse des ADFC - das kümmert wahrscheinlich eher die Tourismusverantwortlichen. Man sei gerade dabei, die länderübergreifende Zusammenarbeit wieder mehr zu aktivieren, teilt Michaela Birkner, Tourismus-Sachbearbeiterin im Landkreis Spree-Neiße, mit.

Treffen im Juni in Forst

Dazu habe es bereits vor Kurzem eine Beratung in Görlitz mit den sächsischen Partnern gegeben. "Im Juni treffen wir uns dann in Forst beim Tourismusverband Niederlausitz", so Michaela Birkner. Mit dabei sein sollen nach Auskunft von Petra Neumann, Geschäftsstellenleiterin des Tourismusverbandes in Forst, wieder die sächsischen Partner, aber auch diejenigen aus brandenburgischen Gefilden wie der Uckermark oder Oder-Spree.

2011 bis 2013 habe es nach Auskunft von Petra Neumann ein gemeinsames Projekt mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) gegeben, bei dem unter anderem gemeinsame Broschüren über den Radweg entwickelt wurden. Nun solle weiter geschaut werden, was die Anrainer des Weges zusammen für dessen Attraktivität tun können. "Denn es ist ein schöner Radweg, er wird gern gefahren", sagt Petra Neumann. Sie vermutet, dass das schlechtere Abschneiden des Weges in der Radreiseanalyse mit dem geänderten Bewertungsmodus zusammenhängt. Grundlage seien mindestens drei Übernachtungen der Gäste gewesen, und das sei am Oder-Neiße-Radweg nicht so oft der Fall.

Das bestätigt der stellvertretende Pressesprecher des ADFC, René Filippek. Diesmal seien nur die Bewertungen der Gäste eingeflossen, die mindestens drei Übernachtungen am Weg absolviert haben - das waren 3100 Befragte gewesen. Über 3700 Gäste hätten sich online beteiligt, weitere 2500 seien offen befragt worden. Insgesamt sei die Befragung in diesem Jahr laut René Filippek jedoch repräsentativer, da es im Vorjahr nur 2000 Einreichungen gegeben habe. Die Aussagen seien außerdem belastbarer, da nicht nur ADFC-Mitglieder teilgenommen hätten. Gefragt wurde unter anderem nach dem Zeitpunkt der Radreise, ob es eine Pauschalreise war, ob sie selbst geplant war und welches die beliebteste Radregion sei.

Elberadweg Spitzenreiter

Bei letzterer Frage ist wie in den Vorjahren der Elberadweg der Spitzenreiter. "Der 14. Platz des Oder-Neiße-Radwegs ist immer noch eine gute Platzierung, denn insgesamt wurden 147 Routen genannt", so der Pressesprecher. Im vorigen Jahr hatte der Oder-Neiße-Radweg den sechsten Platz belegt, 2013 den zehnten und 2012 den achten Platz.

Damit der Radweg wieder stärker in die Öffentlichkeit gerückt wird, soll laut Michaela Birkner unter anderem die Internetseite www.oderneisse-radweg.de mehr in den Fokus treten und von den Partnern aktuell gehalten werden. Ebenso solle die Facebook-Seite Oder-Neiße-Radweg stärker für die Gästewerbung genutzt werden. Pünktlich zum Start der Radsaison sei außerdem die Oder-Neiße-Radweg-App (siehe Kasten) gestartet worden. "So können wir den Weg wieder etwas in die Kommunikation bringen", so Michaela Birkner.

In der Gesprächsrunde im Juni in Forst sollen laut Petra Neumann vor allem Themen wie radlerfreundliche Öffnungszeiten in Gaststätten oder die Bereitschaft von Pensionen, die Radler auch für eine Nacht aufzunehmen, eine Rolle spielen.

Zum Thema:
Der Oder-Neiße-Radweg führt von Nova Ves im tschechischen Isergebirge bis zum Seebad Ahlbeck auf Usedom. Stationen auf dem Weg sind Zittau, Görlitz, Bad Muskau, Forst, Guben, Frankfurt (Oder), Hohensaaten und Anklam. Der Radweg ist über 600 Kilometer lang.Ab sofort steht die Oder-Neiße-Radweg-App kostenlos für Apple und für Android zum Download bereit. Die darin enthaltene Karte funktioniert auch offline, da nicht überall am Weg Internet verfügbar ist. Adresse: play.google.com/store/apps/details?id=de.knox.map.onr&hl=de Der Radweg im Internet unter www.oderneisse-radweg.de und www.oder-neisse-radweg.de