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| 16:23 Uhr

Forst
Nur acht von 100 Fischlarven werden groß

Maximilian Junghanns hält ein Glas mit Fischbrut. Diese gerade mal acht Millimeter langen Karpfen werden in den Vorstreckteich ausgesetzt.   Foto: Katrin Kunipatz
Maximilian Junghanns hält ein Glas mit Fischbrut. Diese gerade mal acht Millimeter langen Karpfen werden in den Vorstreckteich ausgesetzt. Foto: Katrin Kunipatz FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Landesfischereiverband fordert Unterstützung für Teichwirte, die mit ihrem Tun Artenvielfalt sichern. Von Katrin Kunipatz

Acht Millimeter groß ist jede einzelne der 50 000 Fischlarven, die Teichwirt Christoph Junghanns am Mittwoch ins Wasser eines Teiches entlassen hat. In 21 Tagen, wenn die Fischlein ein bis zwei Gramm wiegen und zwei Zentimeter groß sind, setzt er sie in den Aufwachsteich um. Frühestens in drei Jahren wird der Teichwirt die Fische als Silvesterkarpfen verkaufen können. Bis dahin wird sich die Anzahl der Tiere enorm reduziert haben.

„Nur 30 von 100 Fischen erleben den Herbst“, erklärt Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Brandenburg/Berlin. Innerhalb des ersten Lebensmonats fressen im Wasser lebenden Insektenlarven oder Gelbrandkäfer die Fischlarven. Verluste, die der Fischer einkalkuliert. Im zweiten Sommer wird der Kormoran zum Feind der Karpfen. Normal seien 30 Prozent Verlust, so Dettmann. In Brandenburg gingen jedoch rund 65 Prozent der Fische verloren. Im dritten Sommer liegen die Verluste bei etwa zehn Prozent. „Von 100 eingesetzten Fischen bleiben letztlich acht Stück für den Verkauf“, so Dettmann. Normal wäre das Doppelte.

Vor zwei Jahren hatte der Landtag beschlossen, diese Verluste durch eine entsprechende Entschädigungssatzung auszugleichen. Diese liege auch zwei Jahre nach der Bereitstellung der Mittel noch nicht vor, kritisiert der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes. Dabei sei dieser finanzielle Ausgleich für Schäden, die den Fischern durch geschützte Tierarten entstehen sehr wichtig. In der Regel seien es kleine Familienbetriebe, die die Teiche bewirtschaften.

Der Euloer Teichwirt Christoph Junghanns kümmert sich um insgesamt 38 Einzelteiche mit einer Gesamtwasserfläche von 250 Hektar. Dettmann hebt hervor, dass Teichwirte aktiven Naturschutz betreiben und durch ihr Tun die Artenvielfalt sichern. Rotbauchunken, Laubfrösche, Rohrsänger aber auch Ringelnattern oder Gelbrandkäfer leben in und an den Fischteichen, beschreibt Christoph Junghanns. Dieses Biotop würde verschwinden, wenn die Teiche nicht mehr regelmäßig gepflegt würden.