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Notquartiere sind eingerichtet

Mathias Wedow, Peter Weber und Andreas Scholz (v.l.) von den Forster Ortsteilwehren beim Einrichten der Oberschul-Turnhalle zum Notquartier.
Mathias Wedow, Peter Weber und Andreas Scholz (v.l.) von den Forster Ortsteilwehren beim Einrichten der Oberschul-Turnhalle zum Notquartier. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Die Forster Feuerwehr hat Dienstagnachmittag die zwei Notquartiere für die Menschen eingerichtet, die während der Entschärfung der 100-Kilogramm-Fliegerbombe keine andere Unterbringungsmöglichkeit haben. In der Turnhalle der Oberschule in der Bahnhofstraße und in der Turnhalle der Max-Fritz-Hammer-Straße stellten sie Stühle und Liegen auf. Steffi Ludwig

Ab 8 Uhr am Mittwochmorgen sind die beiden Unterkünfte geöffnet. Es erfolge keine Zuteilung auf die Hallen, es gebe ausreichend Plätze, betonte Verwaltungsvorstand Sven Zuber, der den Führungsstab leitet.

Zudem stehe das Technische Hilfswerk (THW) für einen kostenlosen Bus-Shuttle-Verkehr bereit und könne zur Not die Menschen verteilen, fahre aber in erster Linie alle Bedürftigen aus dem Sperrkreis in die zwei Notunterkünfte und dann auch wieder zurück: "Die Bus-Shuttles halten immer wieder an allen Bushaltestellen und können auch per Handzeichen angehalten werden", so Sven Zuber.

Er betont auch noch mal: "Es kann keiner auf eigene Faust im Sperrkreis bleiben." Um 10 Uhr müsse dieser geräumt sein. 17 Teams aus Mitarbeitern von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und der Stadt würden dann das Gebiet durchkämmen, an Haustüren klingeln und sich um die Evakuierung kümmern. "Gerade Ältere und Pflegebedürftige brauchen unsere Hilfe", so Zuber.

Evakuiert werden müsse neben zwei Kitas, dem Evangelischen Seniorenzentrum "Friedenshaus" und der Kreisverwaltung auch das Asylbewerberheim in der Gubener Straße - die Bewohner werden in eine andere Einrichtung gebracht, so Zuber. Die Bewohner des Heimes des Paul-Gerhardt-Werkes wollen an dem Tag nun einen Ausflug machen. Der Friedhof, der auch im Sperrgebiet liege, sei am Mittwoch geschlossen. Im Falle von Menschen, die häuslich gepflegt werden, seien Lösungen gefunden worden. Das Bürgertelefon war nach Auskunft von Sven Zuber bereits am Montag heiß gelaufen.

Nun warte alles auf die erlösende Sirene der Feuerwehr, deren einminütiger Signalton die Entschärfung der Bombe und die Rückkehr in die Wohnungen signalisiere. Deshalb falle an dem Tag auch der an einem Mittwoch übliche Sirenenton um 15 Uhr aus, sagte Stadtwehrführer Andreas Britze. "Sollte es am Mittwoch einen Brand geben, wird auch keine Sirene ertönen", so Britze. Eine Bereitschaftsgruppe der Feuerwehr stehe bereit und könnte im Ernstfall Hilfe nachfordern.

Über einen Einsatzleitwagen der Cottbuser Berufsfeuerwehr, der auf dem Parkplatz Lindenplatz stationiert ist, laufe die gesamte Kommunikation während der Bombenentschärfung.

Das DRK werde mit zehn Rettungsfahrzeugen vor Ort sein, so Guido Hoppe, Einsatzleiter Sanitätsdienst. In den Notunterkünften würden jeweils fünf DRK-Kräfte helfen, auch eine Ärztin ist vor Ort. Eine Verpflegungseinheit aus Guben werde im Feuerwehrgerätehaus Mitte die Verpflegung aller Helfer übernehmen, so Hoppe.

Die Entschärfung der Weltkriegsbombe, die auf einem Privatgrundstück in der Gubener Straße gefunden wurde, ist für etwa 14 Uhr vorgesehen. Im günstigsten Fall ist diese nach einer Stunde geglückt. Falls eine Sprengung der Bombe nötig ist, müsse laut Uwe Zierdt vom Kampfmittelbeseitigungsdienst ein drei Meter tiefes Loch gegraben werden. Dies könne dann bis zum Abend dauern.

Zum Thema:
Die Stadt Forst hat im Internet unter www.forst-lausitz.de/evakuierung eine Seite eingerichtet, die umfassend über den Bombenfund und die Evakuierung informiert. Das Bürgertelefon unter 03562 989289 steht auch am Mittwoch von 9 bis 18 Uhr für Fragen zur Verfügung. Die RUNDSCHAU wird ab etwa 8.30 Uhr in einem Live-Ticker unter www.lr-online.de/bombeforst die aktuellsten Informationen geben. Auch über Lautsprecherwagen soll über die Entschärfung informiert werden.