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Noch kein Urteil gegen Forster Crystal-Bande

Forst/Guben. Sie sollen eine ordentliche Menge der Droge "Crystal" von Tschechien nach Deutschland eingeführt haben und den gefährlichen Suchtmacher in Forst und auch in Cottbus gewinnbringend weiterverkauft haben – drei Forster stehen derzeit vor dem Cottbuser Landgericht und müssen sich gegen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft verteidigen. Am Montag sollte die Verhandlung eigentlich bereits ihr Ende finden, doch das Gericht hat zwei weitere Verhandlungstermine festgesetzt, damit Staatsanwaltschaft und Verteidigung alle Aspekte des offenbar doch komplexen Falls ausreichend beleuchten können. Daniel Schauff

Ein Urteil, so Gerichtssprecher Frank Merker, könnte Anfang April fallen. Der letzte bislang festgesetzte Verhandlungstermin ist der 4. April. Der Anklage zufolge hat die dreiköpfige Familienbande in mindestens 15 Fällen rund 80 Gramm Crystal über die tschechische Grenze nach Deutschland geschafft. In einem Fall waren es laut Anklage 54 Gramm. Zum Vergleich: Eine mittlere Dosis Crystal liegt bei zehn bis 40 Milligramm.

Der Anklageschrift zufolge hat die Bande das Crystal in Tschechien von einem Vietnamesen gekauft.

Crystal gilt als besonders gefährliches Suchtmittel, weil einerseits die Wirkung im Vergleich anderer "Partydrogen" besonders stark ist, andererseits der Preis verhältnismäßig niedrig. In den vergangenen Jahren hat sich die Droge vor allem im Osten der Bundesrepublik stark ausgebreitet - in Tschechien soll es bereits in den 90er-Jahren eine Crystal-Szene gegeben haben.