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| 02:37 Uhr

Nix-Verein auf den Spuren der italienischen Mafia

Jugendliche sahen sich im Nix-Verein einen Film über die Mafia an.
Jugendliche sahen sich im Nix-Verein einen Film über die Mafia an. FOTO: Hecht
Forst. Mafia in Forst? Da fallen Begriffe wie Al Capone, Drogenhandel und Sizilien. Der Forster Nix-Verein hat sich mit Jugendlichen mit dem Thema Organisierte Kriminalität auseinander gesetzt. Candy Hecht

Ganz genau dieses und noch viele andere Themen beleuchtet der Nix e.V. als Verein für sozio-kulturelle Multiarbeit im Jugendbereich bei seinen Themenstunden, welche in den letzten Monaten hauptsächlich über Drogen wie Crystal Meth und Cannabis aufgeklärt haben. Dieses Mal konnten sich die Jugendlichen selbst ein Thema aussuchen.

Im Waggon schauen sich die Jugendlichen auf bunt zusammengewürfelten Sesseln und Sofas dann gemeinsam mit den Streetworkern Daniel Nothnick (32) und Sarah Zimpel (24), sowie Jan Krupski die Dokumentation "Die Mafia - System des Verbrechens" an und sind währenddessen auch schwer damit beschäftigt, das Kreuzworträtsel zum Thema zu lösen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, sich im Infomaterial zu belesen. So soll ein gewisser Lerneffekt erzielt werden. Die Fragen sind knifflig und mit einfachem Allgemeinwissen nicht lösbar. Zum Beispiel will man wissen, womit die amerikanische Mafia in den 1930er-Jahren viel Geld gemacht hat oder was Cosa Nostra in der Übersetzung heißt. Zudem bekommen die Jugendlichen einen Einblick, was passiert, wenn man aussteigen will. Im Dokumentarfilm wird es so ausgedrückt‚ man wird in ein dunkles Hinterzimmer geführt, und wenn man Glück hat, einfach nur erschossen. Es werden viele Kehrseiten der Mafia aufgezeigt, an die man bei Filmen nie denkt. Es gehe nicht nur darum, viel Geld zu machen und einen Haufen Frauen zu haben. Man müsse Druck ausüben und auch töten können. Man gehe für seine "Familie" sogar ins Gefängnis, ohne ein Wort zu sagen, denn so wolle es die Omerta, das Schweigegelübde der Mafia. Die Mafia zu verraten sei das höchste Vergehen und würde immer mit dem Tode geahndet. Denn man dürfe niemals die "Familie" hintergehen, wobei in der Mafia wirklich nur Familienmitglieder oder zumindest Leute italienischer Abstammung aufgenommen werden.

Die ganze Dokumentation klärt über positive und negative Seiten der amerikanischen Mafia auf und räumt auch Organisationen in anderen Gebieten, wie in Japan die Yakuza und in China die Triaden mit ein. Sie berichtet von einem Aussteiger in Amerika, der als Einziger noch lebt - seit mehr als 20 Jahren.

"Uns ist es sehr wichtig, dass wir das Allgemeinwissen der Jugendlichen verbessern. Sie sollen auch etwas bei den Themenstunden lernen", sagt Jan Krupski (37), Leiter dieser Veranstaltung.

"Da die Jugend die Medien heutzutage oftmals falsch oder unzureichend nutzt, wollen wir ihnen hier etwas mehr vermitteln. Sie bekommen zu den Themenstunden zum Beispiel Arbeitsblätter, die sie während ein Beitrag auf Leinwand läuft, lösen sollen oder sich in Infomaterialien informieren. So bleibt auch etwas hängen", sagt er weiter und zeigt auf den bunt gestalteten Waggon, wo die Themenstunde stattfindet.

"Ja, wir haben uns das Thema diesmal ausgesucht, weil es doch mal was anderes ist, als immer nur über Drogen zu reden", sagt Oliver Hoffmann (14), beim Fußballspielen. "Und ich fand es cool, dass wir das auch mal aussuchen konnten. Ist ein gutes Thema", meint Robert Zschummel (15) dazu.

"Mit den Themenstunden Sorgen wir dafür, dass die Jugendlichen aktiv sind und es funktioniert. Auch unsere anderen Veranstaltungen werden gut angenommen und über die Facebookseite des Nix e.V. können sie immer alles aktuell nachlesen", erklärt Daniel Nothnick anschließend und verabschiedet sich bis zur nächsten Veranstaltung.