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| 16:06 Uhr

Neues Konzept
„Made in Forst“ als Marketing-Idee

 Jeff Staudacher möchte in den kommenden Wochen für das neue Marketingkonzept werben und dafür zum Beispiel auch Aufkleber an Unternehmen verteilen.
Jeff Staudacher möchte in den kommenden Wochen für das neue Marketingkonzept werben und dafür zum Beispiel auch Aufkleber an Unternehmen verteilen. FOTO: Sven Hering
Forst. Der FDP-Ortsverband möchte mit der Aktion die örtlichen Unternehmen stärken. Von Sven Hering

Zwei Städte, nur ein paar Kilometer voneinander entfernt – und doch so verschieden. Wenn Jeff Staudacher Spremberg und seine Heimatstadt Forst miteinander vergleicht, dann gerät er fast schon ein wenig ins Schwärmen. Über den Nachbarn. „Die Spremberger“, so Staudacher, „haben ein ganz anderes Selbstverständnis, ein ganz anderes Selbstbewusstsein.“ Perle der Lausitz – so bezeichnen die Spremberger ihre Stadt – und verteidigen diesen Titel vehement gegen alle, die ihnen diesen abspenstig machen wollen.

Und Forst? „Wir haben eine wundervolle Stadt mit einem sehr schönen Umfeld“, sagt Staudacher, der nach gut fünf Jahren Studium zurückgekommen ist, in der Stadt einen Job bekommen hat und sich politisch bei den Liberalen engagiert. Das Problem, das Staudacher sieht: „Die Forster sind ihrer eigene Stadt gegenüber oft zu negativ.“ Dabei sei in den vergangenen Jahren vieles passiert, manches davon werde einfach nur nicht wahrgenommen.

Staudacher will Forster in den Mittelpunkt rücken

Versteckte Orte, nennt Staudacher die Forster Perlen, die er ins Bewusstsein rücken möchte. Er meint damit nicht nur Landschaften, sondern in erster Linie die Menschen. Es gebe eine Menge Vereine, die eine hervorragende Arbeit leisteten – aber längst nicht alles davon sei bekannt und deshalb auch nicht in der öffentlichen Wahrnehmung.

Doch der FDP-Kommunalpolitiker denkt auch an die Forster Unternehmen. „Wir wollen den Firmen die Wertschätzung entgegenbringen, die hier in unserer Heimat jeden Tag Menschen beschäftigen und Produkte von Weltklasse herstellen“, erklärt er.

„Made in Forst“ als Auszeichnung für Unternehmen

Auf einem Ortsparteitag sei deshalb vor ein paar Wochen die Idee geboren worden, jetzt wollen die Forster Liberalen den ersten Schritt unternehmen. Geplant ist ein Marketingkonzept. Ein wichtiger Punkt darin: Mit dem Label „Made in Forst“ sollen laut Staudacher Unternehmen der Stadt ausgezeichnet werden, die in Forst ansässig sind und Produkte herstellen, die alle Forster und Menschen aus aller Welt kaufen können.

Durch das Label soll auf der einen Seite gekennzeichnet werden, dass man seine eigene Kaufentscheidung bewusst für Forster Produkte treffen könne. „Auf der anderen Seite wollen wir damit den Startschuss für eine verbesserte Wirtschaftsförderung setzen, um insbesondere aufgrund des Strukturwandels den Wohlstand in unserer Heimat zu halten und zu erhöhen“, so der Ortsvorsitzender der FDP Forst-Döbern.

„Unsere Heimatstadt befindet sich im Herzen Europas und hat so große Potentiale, die wir nutzen müssen, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen“, ergänzte Staudacher. Die Politik könne hierdurch einen Beitrag leisten, um die Unternehmen und die Menschen zu unterstützen“, so Staudacher weiter.

Made in Germany als Vorbild

Made in Forst – die Anleihen an einen ganz bekannten Slogan seien natürlich bewusst gewählt worden. Made in Germany avancierte schnell zu einer längst unbezahlbaren Marke. Dabei begann diese Erfolgsgeschichte mit einem ganz anderen Ansinnen. Um die heimische Wirtschaft vor zumeist minderwertigen europäischen Plagiaten zu schützen, hatte die britische Regierung eine Kennzeichnungspflicht für importierte Produkte eingeführt.

Nach der Verpflichtung aus dem Jahr 1887 mussten alle importierten Waren mit dem Herkunftsland gekennzeichnet werden.  Doch der Plan, die deutschen Produkte vom Markt zu drängen, ging nicht auf. Ganz Im Gegenteil. Die Produkte aus Deutschland wurden in der Folge immer besser und damit zu einer noch größeren Konkurrenz. Das eigentlich als Warnung gedachte Label „Made in Germany“ war plötzlich ein Gütesiegel.

Kunden sollen sich bewusst für Made in Forst-Produkte entscheiden

Ein solches möchte Staudacher am liebsten auch den Unternehmen verleihen, die in Forst produzieren. „Die Kunden könnten sich dann noch bewusster für die Waren aus ihrer Stadt entscheiden“, sagt er.

Die ersten Entwürfe eines entsprechenden Logos sind fertig. Made in Forst gibt es in zwei Varianten. Die Initiatoren haben davon einige Aufkleber anfertigen lassen. „Die wollen wir jetzt verteilen, gleichzeitig dabei unsere Idee hinter der Aktion erläutern“, verrät Jeff Staudacher. Im nächsten Schritt suchen die Liberalen jetzt Verbündete. Der Gewerbeverein soll mit ins Bot geholt werden. Die Stadt ebenfalls. „Wir werden unsere Initiative den Stadtverordneten demnächst noch genauer vorstellen“, kündigt Staudacher an. Mit der Bürgermeisterin wolle er sich ebenfalls treffen.

Made in Forst soll Begeisterungen wecken

In den nächsten Wochen wollen die Initiatoren noch möglichst viele Ideen einsammeln, anschließend dann ein schlüssiges Konzept erstellen. Alles in Eigeninitiative und mit geringem finanziellen Aufwand. Schließlich folgt der wohl wichtigste Punkt, für den man sich vielleicht ja Anleihen aus Spremberg holen könnte, wie das am besten funktioniert: Für das neue Konzept wollen die Initiatoren vor allem Begeisterung bei den Forstern wecken.