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| 19:45 Uhr

Forst
Neues Leben für Feuerwehrturm

Das Feuerwehrhaus in Keune kann der Verein Freunde für Keune in diesem Jahr sanieren. Möglich machen es Lottomittel. Den symbolischen Scheck brachte Ministerpräsident Dietmar Woidke am Dienstag vorbei.
Das Feuerwehrhaus in Keune kann der Verein Freunde für Keune in diesem Jahr sanieren. Möglich machen es Lottomittel. Den symbolischen Scheck brachte Ministerpräsident Dietmar Woidke am Dienstag vorbei. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Verein will historisches Feuerwehrgebäude zum Veranstaltungsraum und Ausflugsziel machen. Von Katrin Kunipatz

Viel haben die Vereinsmitglieder, deren Angehörige und Freunde in den vergangenen Jahren schon geschafft. Doch ganz ohne finanzielle Unterstützung schaffen es die „Freunde von Keune“ – so der Name des Vereins nicht, das alte Feuerwehrhaus in Keune wieder herzurichten.

Seit vier Jahren ist der Verein jetzt Eigentümer des 111 Jahre alten Spritzenhauses. Für einen symbolischen Euro wechselte das Haus 2014 von der Stadt Forst in die Hände des Vereins. Die Löschgruppe Keune nutzte es bis 1989. Seitdem stand der Ziegelbau mit dem Schlauchturm leer und wurde nur als Lager verwendet. Entsprechend schlecht war und ist der Zustand des Gebäudes. Nach der Übernahme hat der Verein die nötigsten Arbeiten erledigt, damit das Gebäude nicht weiter verfällt. Die Regenrinne und Bleche für die Turmanbindung seien erneuert worden, damit kein Wasser ins Mauerwerk eindringen kann, erläutert Vereinsvorsitzender Ingolf Queißer. Auch die Faschen an den Fenstern des Turms wurden neu verfugt und die hölzernen Fensterläden neu gestrichen.

Doch es muss mehr getan werden, damit das Feuerwehrgerätehaus zum neuen Mittelpunkt des Forster Ortsteils Keune werden kann. Ingolf Queißer zählt auf: An der Fassade des Turms und auch am Gerätehaus selbst sind die Fugen zwischen den Steinen stark verwittert und ausgespült. Die über einhundert Jahre alten Balken des Daches biegen sich. Großflächig löst sich der Putz von den Innenwänden. Rund 38 000 Euro kostet es, das Gebäude herzurichten. 7000 Euro hat der Verein in den vergangenen drei Jahren selbst zusammengespart. „Es handelt sich um Einnahmen vom Weihnachtsbaumverbrennen, dem Osterfeuer, dem Maibaumaufstellen und dem Adventsmarkt“, so der Vereinsvorsitzende. Den größeren Teil der Investitionssumme – 30 700 Euro – erhalten die Freunde von Keune vom Land Brandenburg. Den symbolischen Scheck über die Lottomittel brachte Ministerpräsident Dietmar Woidke am Dienstag persönlich in Keune vorbei.

Bei der Führung durch das kleine Feuerwehrgerätehaus erklärte Ingolf Queißer, welche Pläne der kleine Verein mit dem Haus hat. Nach der Sanierung soll es hier am Wochenende Puppentheater für die Kinder, Buchlesungen und wechselnde Ausstellungen für die Erwachsenen geben. Auch Weinverkostungen seien möglich. „Außerdem führt der Oder-Neiße-Radweg direkt am historischen Feuerwehrhaus vorbei“, so der Vereinsvorsitzende. „Es könnte ein touristisches Ziel werden.“ Selbst ein Aufstieg in den Turm könnte möglich sein, ergänzt die zweite Vereinsvorsitzende Kerstin Peppernick. „Aus den oberen Fenstern hat man einen schönen Blick bis zur Neiße.“

Wenn alles klappt, sollen die Arbeiten spätestens in zwei Monaten beginnen. Rund vier Wochen haben der ortsansässige Dachdecker und die Baufirma für die Arbeiten veranschlagt. Die Vereinsmitglieder und Freunde haben bereits die Zwischendecke ausgebaut. Eine kleine Trennwand im Gerätehaus und den alten Putz müssen sie noch entfernen. „Schon im Herbst könnte alles fertig sein“, hofft Ingolf Queißer. Und natürlich werde es zur Eröffnung eine kleine Feier geben, so der Vereinsvorsitzende. Auch den Ministerpräsidenten wolle er dann wieder einladen.

Sechs der acht Mitglieder des Vereins Freunde von Keune stehen vor dem Tor des Feuerwehrhauses.
Sechs der acht Mitglieder des Vereins Freunde von Keune stehen vor dem Tor des Feuerwehrhauses. FOTO: LR / Katrin Kunipatz