Von Sven Hering

Bei prächtigem Herbstwetter ist am Montag der Startschuss für ein Vorhaben gegeben worden, das schon bald zu einem festen Bestandteil im Stadtleben werden soll. Ab dem Jahr 2021 soll jährlich ein Blütenfest in Forst veranstaltet werden. Darüber hinaus denken die Initiatoren über zahlreiche Aktivitäten nach, die die Themen Umweltschutz und Stadtentwicklung miteinander verknüpfen sollen. „Wir lösen damit auch ein vor der Kommunalwahl gegebenes Versprechen ein“, erklärte Jeff Staudacher, Chef des Forster FDP-Ortsvereins und Stadtverordneter.

Doch bevor gefeiert werden kann, ist erst einmal ein Zeichen gesetzt worden. Am Gutenbergplatz/Ecke Kirchstraße wurde am Montagmorgen ein Baum gepflanzt. „Wir haben uns in Abstimmung mit der Stadt für einen Bienenbaum entschieden“, verrät Staudacher. Der auch unter dem Begriff Honigesche bekannte Baum habe mehrere Vorteile. Er sei den sich verändernden Witterungsbedingungen angepasst. Die Blüten wiederum sind äußerst nektarreich und locken mit ihrem süßlichen Duft zahlreiche Bienen an. Die Honigeschen sind wegen ihrer späten Blütezeit eine äußerst wertvolle Bienennahrung. Imker pflanzen diese deshalb sehr gern.

Neuer Baum als Testobjekt

Der Baum, der jetzt am Gutenbergplatz steht, dient zudem als Testobjekt. Je nachdem wie er sich entwickle, plane die Stadt noch Pflanzungen an anderen Standorten, so Staudacher. Das wäre ganz in seinem Sinne, denn der am Montag neu gepflanzte Baum soll den Startschuss für viele ähnliche Aktivitäten symbolisieren, die alle etwas mit dem Thema Umweltschutz zu tun haben. „Der Baum soll ein kleines Zeichen dafür sein, dass jeder unsere Heimatstadt auf ganz unterschiedliche Art und Weise verschönern kann“, betont Staudacher.

Der FDP-Chef denkt dabei zum Beispiel an kleine Rosengärten in den Ortsteilen. Einzelne Elemente der berühmten Forster Sehenswürdigkeit sollten sich in der ganzen Stadt wiederfinden. In Form von kleinen Rosenrabatten oder Rosenwegen zum Beispiel. Der Stadtverordnete – im Hauptberuf Lehrer – möchte die Kleingärtner mit einbeziehen, einen Wettbewerb um den schönsten Kleingarten initiieren, Schüler für die Gartenarbeit begeistern und somit auch verlassene Parzellen wiederbeleben – im Idealfall. An öffentlichen Plätzen und in Vorgärten soll es grünen und blühen, Staudacher denkt an ein Blüten-Duell der Ortsteile. Unter dem Motto Forst genießen sollen die kulinarischen Besonderheiten, die die Stadt jetzt schon zu bieten hat, herausgestellt und die Produzenten der Köstlichkeiten unterstützt werden. „Marmeladen, Liköre, es gibt ja inzwischen so einiges, was wir in Forst zu bieten haben“, so der FDP-Ortschef.

„Wenn man durch die Ortsteile läuft, sieht man viele Vorgärten und Kleingärten, die ein buntes Bild zeichnen. Wir wollen diese Arbeit wertschätzen oder auch die eine oder andere Idee herauskitzeln“, so Staudacher. „Vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Dorfanger, der derzeit brach liegt und wo man mit ehrenamtlichem Engagement etwas bewegen kann.“

Den vielen Leuten, die für ein schönes Forst sorgen, Danke sagen möchte Staudacher mit einem Blütenfest, das künftig einmal im Jahr gefeiert werden soll. „Wir haben viele Feste im Rosengarten und in der Innenstadt, unser Ziel ist es aber, dass wir die Ortsteile mitnehmen wollen, kulturelle Veranstaltungen gehören dazu. Es ist natürlich immer schwierig, in einem kleinen Ortsteil ein großes Fest aufzuziehen“, erklärt Staudacher. „So was hat man in Noßdorf mit dem Weihnachtsmarkt sehr gut hinbekommen, in Keune sieht man da gute Ansätze“, ergänzt er. Ziel sei es aber, noch mehr Leute mitzunehmen, noch kleinteiliger Veranstaltungen anzubieten.

Staudacher: „Man kann natürlich Buden um die Kirche aufstellen, was Gott sei Dank ja auch gemacht wird und wunderschön ist. Wir wollen aber einen weiteren Baustein in den Kalender aufnehmen, um zu zeigen, es passiert nicht nur in der Innenstadt etwas.“

Der Zeitplan steht

Der am Montag gepflanzte Baum sei ein Symbol gewordener Gedankenanstoß, um so etwas wie eine Marke zu etablieren. Die Stadt müsse dahinter stehen, ohne sie funktioniere es nicht.

Für den Zeitplan hat Staudacher ebenfalls bereits konkrete Vorstellungen. „Es soll kein Stückwerk sein, das man mit einer Rumpftruppe beginnt“, betont er. Deshalb soll das Fest nicht schon im nächsten Jahr stattfinden, sondern erst 2021 Premiere feiern. „Bis dahin wollen wir noch viele Gespräche mit Bürgern suchen, die Gedanken kreisen lassen, schauen, was wir vielleicht vom Land noch an Unterstützung bekommen können.“ Funktioniert das alles und wird das Blütenfest auch von den Forstern angenommen, dann soll es in den Folgejahren weitere Fortsetzungen geben und irgendwann vielleicht zu einer Tradition werden – die einst mit einem kleinen Bienenbaum begründet worden ist.