Vor knapp drei Wochen war der Forster Bürgermeister Reinfeld zu einer wissenschaftlichen Konferenz in Zary. Es ging dabei um die Vorbereitung zur 1000-Jahr-Feier der Stadt, die ehemals Sorau hieß. Den Bürgermeister habe er kurzerhand nach Forst eingeladen, sagte Reinfeld gestern.
Historisch verbindendes Glied zwischen Forst und Zary ist das Herrschaftsgeschlecht der Bibersteiner, die bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts Besitztümer in beiden Städten hatten. Passenderweise stattenten die beiden Bürgermeister gestern auch der Gruft der Bibersteiner in der Forster St. Nikolai Kirche einen Besuch ab, nachdem im Rathaus Gespräche über eine künftige Zusammenarbeit stattgefunden hatten. Bürgermeister Roman Pogorzelec hatte seinen Stellvertreter sowie seinen Wirtschaftsdezernenten dabei. Welchen Inhalt die Gespräche hatten, wollte Bürgermeister Gerhard Reinfeld gestern nicht verraten. Nur soviel: „Es wurden konkrete Vereinbarungen getroffen.“
Kein Geheimnis ist jedoch, dass die Förderrichtlinien der EU in zwei Jahren geändert werden und grenzüberschreitende Projekte vorantreiben sollen. „Künftig wird alles nur noch über EU-Mittel gehen“ , sagte Gerhard Reinfeld. Man müsse begreifen, dass die Neiße-Bober-Region zusammen gehöre. „Wir können nicht länger parallel nebeneinander her planen“ , sagte der Forster Bürgermeister. Egal, ob es sich um Straßen-, Brücken- oder Flußprojekten handele, sie müssten abgestimmt werden. Bürgermeister Pogorzelec, der gestern erstmals in Forst war, sieht insbesondere Potenzial bei den wirtschaftlichen Beziehungen. „Ein Reisebüro und ein Textilgeschäft aus Forst gibt es in der Stadt schon.“ Für ihn als Politiker gehe es darum, die geeigneten Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit zu schaffen.