Die Unterteilung in Stationen (wie Innere Medizin, Chirurgie) wird für Patienten zunehmend einer anderen Struktur weichen - in Kurz- oder Langzeitpatienten. Die Kurzzeitstationen werden in Regel wochentags belegt und am Wochenende geschlossen sein. Sollte ein Patient länger bleiben müssen, werde er in einen Langzeitbereich verlagert, erklärt Dr. Hans-Martin Tölpe, Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, auf RUNDSCHAU-Anfrage. Ab fünf Tagen Behandlungsdauer wird man zum Langzeitpatienten. „An der medizinischen Versorgung ändert sich nichts“ , versichert Tölpe. Aber der Personaleinsatz könne effizienter gesteuert werden. Tölpes praktischer Vergleich: Das sei wie bei vier Hotels, die nur zu 80 Prozent ausgelastet seien, aber alle Personal vorhalten müssen. Wird an Tagen ohne entsprechend große Nachfrage eines vorläufig geschlossen, könne die Auslastung in den anderen konstant gehalten werden - aber bei Personalkosten gespart werden. Allerdings nicht, um Personal abzubauen, erklärt Tölpe: „Mit der Umstrukturierung sind keine Entlassungen verbunden.“
Zunächst werde für die Innere Medizin, Chirurgie und Gynäkologie ein „Langlieger“ -Bereich geschaffen, wobei die Gynäkologie räumlich getrennt sei. Für die „Kurzlieger“ der Inneren, der Chirurgie und der Hals, Nasen, Ohren-Abteilung wurde in der ehemaligen Station 5 ein gemeinsamer Bereich geschaffen.
Mit der Fertigstellung des Neubaus soll diese Struktur weiter umgesetzt werden. Es wird eine operative Ebene mit Gynäkologie, Urologie, HNO und Chirurgie geben, wobei die fachliche Zuständigkeit nicht angetastet werde, erklärt Tölpe. Darüber werden Geriatrie und Tagesklinik unterkommen. Neben zwei internistischen Stationen im Neubau soll eine interdisziplinäre Station für „Kurzlieger“ im Altbau eingerichtet werden.
Die Station 9 im Seitentrakt soll deshalb als Ausweichquartier genutzt werden, wenn der Aufnahmebereich im Altbau neu gestaltet wird. Der Bereich im Altbau solle möglichst mit dem Neubau fertig werden, erklärt Tölpe.

Hintergrund Fertigstellung im Herbst
 Voraussichtlich im November soll der neue Trakt des Forster Krankenhauses fertiggestellt werden, wo interdisziplinäre Ansätze verfolgt werden. Die jetzige Strukturveränderung sei aber auch auf die Ergebnisse einer Analyse der Leistungs- und Personaldaten zurückzuführen und stelle in der jetzt erfolgten Schließung der Station 9 einen vorgezogenen Schritt dar, so die Krankenhaus-Leitung.