ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:17 Uhr

Forst
Neue Tafel erinnert an die alte Sänger-Eiche

Um die Wiederherrichtung der Sänger-Eichen-Anlage bemühten sich Birgit Eichler, Hagen Pusch, Tomasz Niemiec aus Brody, Jörg Pazzig, Frank Owczarek und Frank Henschel.
Um die Wiederherrichtung der Sänger-Eichen-Anlage bemühten sich Birgit Eichler, Hagen Pusch, Tomasz Niemiec aus Brody, Jörg Pazzig, Frank Owczarek und Frank Henschel. FOTO: Frank Henschel
Forst. Heimatgeschichtsfreunde finden beim Herrichten der Anlage einen Findling, der dem Forster Wohltäter Marko gewidmet war.

Vor zwei Jahren hatten sich die Besucher des Forster Geschichtsstammtisches auf Spurensuche in den alten Stadtpark begeben. Doch der Glanz vergangener Zeiten ist verblasst. Der kleine See mit Wasserfall und Brücke ist verloren. Das Schützenhaus am Rande des Parks ist abgetragen. Schon bei dem Rundgang sei der Wunsch aufgekommen, der alten Sänger-Eiche ihre Geschichte zurückzugeben, berichtet Geschichtsfreund Frank Henschel.

Die schwarze Marmorplatte ging schon vor langer Zeit verloren, die gesamte Anlage mit dem großen Granitstein verschwand in einer Rhododendronhecke. Forschungen um die Sänger-Eiche brachten zutage, dass sich hier der wichtigste Identifikationsort des 1832 gegründeten Forster Männergesangsvereins befand, so Henschel weiter. Die Eiche pflanzten die Sänger 1892 zum 60-jährigen Vereinsbestehen. Zehn Jahre später wurde der große Granitstein mit der Widmung aufgestellt. Auch der vier im Ersten Weltkrieg gefallenen Sänger wurde mit vier Steinen an der Sängereiche gedacht. Den Abschluss bildete ein Stein zum 100. Vereinsjubiläum.

In dieser Woche haben Mitglieder des Museumsvereins und des Geschichtsstammtisches die alte Sänger-Eiche wieder in die Öffentlichkeit geholt. Nach dem Freischnitt durch die Stadt Forst wurden die verlorene Tafel ersetzt und Beschriftung der Steine für die gefallenen Sänger erneuert. Nicht zu finden war der vierte Gedenkstein für den Gefallenen Richard Hartmann.

Dafür wurde ein weiterer Findling mit der verblassten Inschrift: „Marko-Eiche 5.6.1932“ gefunden. Laut den Forster Heimatforschern musste der neben der Sänger-Eiche stehende Baum Paul M. Marko (1877-1940) gewidmet sein. Aufgewachsen in einem Forster Kinderheim, ging er nach Amerika. Mit der Entwicklung und Produktion von Autobatterien wurde er in New York sehr reich und eine anerkannte Persönlichkeit. Mit seinem New Yorker Männerchor „Arion“ besuchte er mehrfach Forst, wo er großzügig für Urlaubsfahrten von Waisenhauskindern spendete. Nun erinnert auch wieder eine Eiche im Forster Stadtpark an den einstigen Wohltäter.

(red/pos)