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| 17:18 Uhr

Innenstadtbebauung
Neue Ideen für die „Grüne Mitte“

Kein schöner Anblick ist die Freifläche zwischen Stadtkirche und Mühlgraben. Über ihre Gestaltung wird seit Jahren gestritten, am Donnerstag sollen neue Konzept vorgestellt werden.
Kein schöner Anblick ist die Freifläche zwischen Stadtkirche und Mühlgraben. Über ihre Gestaltung wird seit Jahren gestritten, am Donnerstag sollen neue Konzept vorgestellt werden. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Planungsbüro stellt am Donnerstag Konzept für Areal zwischen Stadtkirche und Mühlgraben vor. Von Katrin Kunipatz

Wie gestaltet man eine Innenstadt neu und vor allem so attraktiv, dass sie viele Menschen anzieht? Eine Frage mit der sich die Forster seit Jahren beschäftigen. Am Donnerstag soll im Bauausschuss ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. Dann nämlich stellt das Planungsbüro Sinai ein neues überarbeitetes Konzept für die „Grüne Mitte“ vor. Details zum Inhalt wurden im Vorfeld der Sitzung nicht bekannt gegeben. Dafür wird es für die Forster Einwohner möglich sein, direkt nach der Vorstellung der neuen Ideen noch am Donnerstag im Bauausschuss ihre Fragen zu stellen.

Bekannt sind bisher nur die Eckpunkte der Zielplanung, wie sie die Stadtverordneten im Mai 2017 beschlossen haben. Daran hat das Planungsbüro sein Konzept ausgerichtet. Demnach soll der bereits gestaltete nördliche Bereich mit dem Park auf dem Lindenplatz und der Grünfläche bis zum Mühlgraben unangetastet bleiben. Drei- bis viergeschossige Gebäude sind explizit nur für den südlichen Bereich vorgesehen. Sollten sich Investoren finden, könnten die Ideen kurzfristig umgesetzt werden, heißt es im Beschluss. Die Flächen gehören der Forster Wohnungsbaugesellschaft (FWG). Ein Investor wird immer noch gesucht.

Für den südlichen Bereich in Richtung Mühlgraben und für den östlichen Bereich zwischen Platanenhain und Mühlgraben soll das Planungsbüro Ideen für eine öffentliche Grünanlage vorlegen, die „einer zukünftigen möglichen Bebauung Raum“ lässt, heißt es in dem vor über einem Jahr gefassten Beschluss. Maßgabe dabei sei eine vielseitige öffentliche Nutzung des Geländes. Ausgenommen aus der Planung ist dagegen eine irgendwie geartete Wasserfläche.

Denn am Seerosenteich, der Kern des 2012 gekürten Siegerentwurfs des Gestaltungswettbewerbs war, entzündeten sich die Gemüter. Nach der Neuwahl des Bürgermeisters 2015 stoppten die Stadtverordneten die weitere Planung. Die Diskussion begann neu. Es folgten zwei Bürgerbefragungen mit sehr geringer Beteiligung. Schließlich setzten sich im Juni 2016 die Befürworter eine Bebauung rund um den Markt durch. Investoren sollten die Chance erhalten, entlang der durch die Straße vorgegebenen Raumkanten dreigeschossige Gebäude zu bauen. Trotz bundesweiter Suche, fand sich niemand.

Hinzu kam, dass die Planung deutlich vom ursprünglich vorgelegten Konzept für die Gestaltung der Innenstadt abwich. Das Ministerium für Infrastruktur wollte diese Änderung nicht mittragen. In der Folge hätte die Stadt Forst für die Gestaltung der Freiflächen in der Innenstadt keine Fördermittel erhalten. Doch als immer noch schrumpfende und überschuldete Stadt ist Forst auf das Wohlwollen der Fördermittelgeber angewiesen. Zwar könne man immer eigene Ideen umsetzten, müsse diese jedoch selbst bezahlen, erläuterten Mitarbeiter der Bauverwaltung mehrfach den Stadtverordneten.

Deshalb hoben die Stadtverordneten im Mai vergangenen Jahres den Beschluss zur Bebauung des Marktes auf und beauftragten das Planungsbüro mit einem neuen Konzept. Ein Jahr später liegt dieses jetzt vor. Bauausschussvorsitzener Michael Lindner (CDU), der bereits einen ersten Einblick in die Unterlagen nehmen konnte, berichtet von zwei Varianten. Sein Wunsch ist es, dass die Stadtverordneten im September eine Entscheidung herbeiführen, damit die Flächen endlich vernünftig gestaltet werden können. Selbst eine Rollerückwärts zur Wasserfläche könne er sich vorstellen. Nur müsse etwas passieren.