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| 11:15 Uhr

Interview
„Meine Tochter hat mich nicht erkannt“

Die neue Forster Rosenkönigin Stephanie II.
Die neue Forster Rosenkönigin Stephanie II. FOTO: Stadtverwaltung Forst / Wuntkebild.de
Forst. Wie die neue Forster Rosenkönigin ihre Krönung und die ersten zwei Amtswochen erlebt hat, erzählt sie im RUNDSCHAU-Interview.

Bei den Rosengartenfesttagen ist Stephanie Kochan (34) zur 28. Forster Rosenkönigin Stephanie II. gekrönt worden. Sie war zuvor von einer Jury gekürt worden, was bis zur Krönung streng geheim war. Die RUNDSCHAU sprach mit der neuen Majestät.

Stephanie, Sie sind nun seit zwei Wochen Rosenkönigin – wie haben Sie die Zeit seitdem erlebt?

Stephanie Bis jetzt ist soweit noch alles wie früher, die Wochenenden sind natürlich mit Terminen als Rosenkönigin belegt. Neu für mich ist, dass es im Alltag schon einmal passiert, dass man hinter mir flüstert: Guck mal, da ist die Rosenkönigin ...(lacht) Das ist schon ein schönes Gefühl.

Rosenkönigin Stephanie II. bei ihrer Krönung. Foto: Steffi Ludwig
Rosenkönigin Stephanie II. bei ihrer Krönung. Foto: Steffi Ludwig FOTO: LR / Steffi Ludwig

Sie waren bei Ihrer Krönung sehr aufgeregt – war es noch überwältigender als gedacht?

Stephanie Ich hab es eigentlich so erwartet, aber die Zeit vor der Krönung, die letzten paar Minuten, die waren eher schlimmer. Das war richtig spannend, weil ich nicht genau wusste, was passieren wird. Aber als ich dann auf der Bühne war, fiel langsam die Spannung ab. Die ersten Worte am Mikrofon waren auch noch einmal schwierig, aber danach ging es besser.

Haben Sie die vielen Zuschauer irritiert?

Stephanie Ich habe durch das Scheinwerferlicht interessanterweise nicht alle sehen können. Dadurch konnte ich mich besser auf die Rede konzentrieren.

Und es war – neben der Jury – wirklich nur Ihr Mann eingeweiht in das Geheimnis, dass Sie die neue Rosenkönigin sind?

Stephanie Ja, es wusste nur mein Mann. Die Geheimhaltung war zwar nicht so einfach, aber wir haben es geschafft, dass es die Kinder nicht mitbekommen.

Wer war dann am meisten überrascht, als bei der Krönung herauskam, dass Sie es sind?

Stephanie Meine Kinder. Die fünfjährige Tochter wollte am liebsten auf die Bühne, als sie mich sah, und meine elfjährige Tochter hat mich erst gar nicht erkannt. Sie hat tatsächlich ihre Freundin gefragt, wer das sei, und die sagte ihr dann: Na deine Mutti. Meine Eltern, die Schwiegereltern, meine Schwester und mein Schwager, die wir auch unter einem Vorwand in den Rosengarten gelockt haben, haben auch sehr verwundert geguckt.

Wollten Sie schon immer Rosenkönigin werden oder hat Sie jemand dazu motiviert?

Stephanie Verfolgt habe ich das schon immer und auch mal überlegt: Wie wäre es, wenn ich es auch mal probiere? Denn auch eine Freundin von mir war schon einmal Rosenkönigin. Und dann gab es Ende letzten Jahres eine Veranstaltung mit dem stellvertretenden Bürgermeister Jens Handreck, auf der er nochmal für das Amt der Rosenkönigin warb. Mein Mann meinte dann: Probier es doch mal.

Haben Sie lange überlegt?

Stephanie Ja, ich habe schon länger überlegt, denn es sind ja eine Reihe Termine, die man auf den ersten Blick auch nicht so sieht. Wie bereits in der Zeit der Vorbereitung, in der das Kleid angefertigt wird. Aber letztendlich habe ich mich doch dafür entschieden.

Welche Rosenkönigin war Ihre Freundin?

Stephanie Nicole II., Nicole Merschink, die zum 100-jährigen Jubiläum des Ostdeutschen Rosengartens sogar eine zweijährige Amtszeit hatte.

Haben Sie die dann nochmal zu Rate gezogen?

Stephanie Nein, das habe ich alleine mit mir und meinem Mann ausgemacht. Denn es muss ja gerade familiär und beruflich alles unter einen Hut passen.

...und beim Karneval sind Sie ja auch noch aktiv, oder?

Stephanie Ja, ich bin im Vorstand des Karnevalvereins Blau-Weiß Sergen. Ich bin Kassenwart und trainiere die Kinder der Funkengarde. Ich tanze auch selbst aktiv mit – nehme mich aber in der kommenden Saison etwas zurück.

Sie sind ja in Forst geboren, in Döbern aufgewachsen und leben jetzt in Sergen – denken Sie trotzdem, dass Sie Forst gut repräsentieren können?

Stephanie Ja, auf alle Fälle. Durch meine Arbeit bin ich ja täglich in Forst. Und ich denke, wenn man in der Umgebung wohnt, sieht man die Dinge in Forst mit etwas anderen Augen und kann sie sogar besser in die Werbebotschaften einbringen.

Sie arbeiten im Unternehmen Ihres Mannes, der Forster Tischlerei Kochan – was machen Sie dort genau?

Stephanie Ich arbeite im Büro, manage unter anderem Angebote und Abrechnungen. Ich habe auch eine Weiterbildung zur kaufmännischen Fachwirtin begonnen, die ich in diesem Jahr allerdings auf Eis lege. Das würde dann doch etwas viel werden.

Worauf freuen Sie sich in dem Jahr  am meisten?

Stephanie Auf die Vielfalt der Termine und Orte, zu denen man sonst nicht kommen würde. Jetzt am Wochenende fahre ich beispielsweise zum Kirsch- und Ziegeleifest nach Glindow, das Wochenende danach zum Rosenkorso nach Steinfurth. Ich freue mich darauf, viel Neues kennenzulernen.

Wo sind Ihre nächsten Auftritte in der näheren Region?

Stephanie Beim Fischerfest in Peitz, beim Brunnenfest in Drebkau und dann beim Sattelfest und Schützenfest in Forst. Aber es kommen ja noch viele Termine hinzu.

Mit Stephanie Kochan sprach
Steffi Ludwig.