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| 16:20 Uhr

Abstimmung über Förderanträge
Neue finanzielle Hoffnung für zwei Forster Sportstätten

Die Forster Radrennbahn, hier beim Pfingstpreis der Steher, wurde in den vergangenen Jahren immer nur notdürftig repariert. Archivfoto: Frank Hammerschmidt
Die Forster Radrennbahn, hier beim Pfingstpreis der Steher, wurde in den vergangenen Jahren immer nur notdürftig repariert. Archivfoto: Frank Hammerschmidt FOTO: Hammerschmidt Frank / Frank Hammerschmidt
Forst. Die Stadt will über ein kurzfristig aufgestelltes Bundesprogramm das Stadion am Wasserturm und die Radrennbahn sanieren. Von Steffi Ludwig

Die Mitteilung an Stadtverordnete und Öffentlichkeit kam sehr kurzfristig. Die Anträge mussten eingereicht werden, bevor die Stadtverordneten entscheiden konnten. Doch die Nachricht, dass das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erneut Mittel bereitstellt, habe die Stadtverwaltung ebenso kurzfristig erreicht, erklärte Verwaltungsvorstand Sven Zuber am Montag im Kulturausschuss. „Das Programm mit weiteren 100 Millionen Euro für bundesweite Projekte gibt es seit Anfang August“, so Zuber. „Bis Ende August mussten die Unterlagen eingereicht werden.“

Deshalb habe die Stadtverwaltung alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Termine einzuhalten: bis zum 24. August mussten die Projekte beim Infrastrukturministerium und dem Landesamt für Bauen und Verkehr angezeigt werden und schon bis zum 31. August beim Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung beantragt werden.

Denn es geht darum, schon lange dringend benötigte Mittel für zwei in die Jahre gekommene Forster Aushängeschilder zu akquirieren: für das Stadion am Wasserturm und die Radrennbahn im Rad- und Reitstadion. Letztere müsse dringend saniert werden, sonst werde sie nicht mehr für internationale Rennen zugelassen, so Zuber. Bisher waren die Schäden immer notdürftig geflickt worden, die letzte grundhafte Sanierung war laut dem stellvertretenden Bürgermeister Jens Handreck in den 90er-Jahren erfolgt. Nun gebe es die Möglichkeit, über das Bundesprogramm eine 90-prozentige Förderung zu bekommen, da sich Forst in einer Haushaltsnotlage befindet. Sonst würde es nur 45 Prozent vom Bund geben. Eine Kostenschätzung für die Sanierung der Bahn mit einem Rad- und Reitstützpunkt betrage 2,8 Millionen Euro.

Besonders am Herzen liege der Stadt jedoch das Stadion am Wasserturm, sagte Sven Zuber. Hier hatten nach jahrelangem Hin und Her Stadt und Landkreis Spree-Neiße im April beschlossen, gemeinsam das Sport- und Freizeitareal zu entwickeln. Planungsbüros arbeiteten gerade an einem Konzept, das bis Jahresende vorliegen soll. Glücklicherweise gebe es durch die Arbeit des Freundeskreises, der sich seit Jahren für das Stadion einsetzt, Konzepte zur  Modernisierung mit Kostenschätzungen. Rund 3,8 Millionen Euro werden veranschlagt.

Ob es für die Stadt überhaupt möglich sei, die zehn Prozent Eigenmittel aufzubringen und ob der Landkreis eine finanzielle Zusage gemacht habe, wollten Ausschussmitglieder wissen. Ja, die Stadt werde die Eigenmittel aufbringen, und der Landkreis habe rund 360 000 Euro in den Haushalt eingestellt, sagte Zuber.

Nun geht es um die Zustimmung der  Stadtverordneten für die Beantragung der Bundesmittel. Dies werde nachgereicht. Dazu ist am 13. September eine außerordentliche Stadtverordnetenversammlung eingerichtet. Der Kulturausschuss votierte einstimmig dafür, bei einer Enthaltung der Linken. Ihre Partei werde sich in der Stadtverordnetensitzung positionieren, sagte Doris Dreßler (Die Linke) auf das Unverständnis der anderen Ausschussmitglieder hinsichtlich ihrer Abstimmung. Sie kritisierte, dass aufgrund der kurzfristigen Mitteilung wenig Zeit gewesen sei, sich als Stadtverordnete mit dem Thema auseinanderzusetzen. Nun befassen sich der Bauausschuss am Donnerstag und der Hauptausschuss am Mittwoch mit dem Thema.