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| 18:04 Uhr

Treffen der Graffiti-Künstler
Neue Farbe für Forster Wände

Mit grauer Farbe überstreicht Sebastian Reichert die Graffiti aus dem vergangenen Jahr und bereitet so die 5. Paint the Park Jam vor.
Mit grauer Farbe überstreicht Sebastian Reichert die Graffiti aus dem vergangenen Jahr und bereitet so die 5. Paint the Park Jam vor. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Forst. Erst wird diese Woche ein Trafohäuschen bemalt, später legen die Graffitikünstler am Park 7 los. Von Katrin Kunipatz

Das Gelände von Park 7 ist ein Paradies für Graffitikünstler. So empfindet es jedenfalls Sebastian Reichert. Große Wandflächen, die ganz legal mit Farbe besprüht werden dürfen, gibt es hier. Erst vor wenigen Wochen habe er selbst hier wieder eine Wand verziert, erzählt der 28-Jährige. Aber auch dieser Schriftzug in Rot und Blau verschwand am Mittwoch unter einer grauen Farbschicht. Eigenhändig trägt der gebürtige Forster und jetzt in Cottbus lebende Familienvater die Wandfarbe mit der Rolle auf.

Es sind die Vorbereitungen für die fünfte „Paint the Park Jam“. Am 21. und 22. Juli treffen sich in Forst 50 Sprayer aus dem Raum Cottbus, Berlin, Leipzig und Dresden. „Unter ihnen sind Koryphäen der Graffitiszene, aber auch Anfänger, die zum ersten Mal bei einer Jam dabei sind“, erklärt Reichert. Innerhalb von nicht einmal acht Wochen waren alle Plätze vergeben. Das Treffen in Forst ist zu einem beliebten Treffpunkt geworden, weil das Gelände viel Platz für die Sprayer bietet und alle Wände vorgestrichen sind. So kann jeder am Samstag gleich loslegen.

Bei dem Treffen geht es vor allem um den gegenseitigen Austausch. Für die meisten Teilnehmer im Alter zwischen 25 und über 30 Jahren ist die Graffitikunst ein Hobby. Sebastian Reichert besprüht seit etwa zehn Jahren Wände mit Bildern und Schriftzügen. Wichtig ist ihm dabei, dies legal zu tun. Deshalb hängt er sehr an dem Gelände von Park 7 und hofft, dass es auch unter dem neuen Eigentümer Peter Finkenstaedt weiter gehen wird. In diesem Jahr hat Finkenstaedt jedenfalls die Grundstücksnutzung zugesichert.

Weitere Unterstützung bekomme Sebastian Reichert über den Aktionsfond „Soziale Stadt“, berichtet Stadtteilmanagerin Kathleen Hubrich. Von den 250 Euro habe er beispielsweise die 150 Liter Wandfarbe gekauft, mit der nun alle Wände vorgestrichen werden können. Außerdem will Reichert mit einem Kumpel eine ausgewaschene Ziegelwand auf dem Gelände neu verputzen – und gewinnt damit zusätzlichen Gestaltungsspeilraum. „Drei Maler können deshalb in diesem Jahr zusätzlich dabei sein“, erklärt er.

Seit Anfang an sind die Stadtwerke Forst als Sponsor der Jam dabei. Firmen wie die Mrose GmbH erlauben, dass Wände ihrer Gebäude besprüht werden dürfen. So können die Graffitikünstler ihre Ideen auch entlang der Parkstraße und teilweise an der Gubener Straße umsetzen.

Dies sorgt wiederum für zusätzliche Aufmerksamkeit und beugt Berührungsängsten vor. Besucher seien eingeladen, um zu erleben, wie die farbigen Wandbilder entstehen, so Reichert. Vor allem will er mit der Jam, Jugendlichen einen Anstoß geben, die mit Schmierereien – den sogenannten Tags – die Wände verunzieren. „An einer kleinen Wand können sie sich ausprobieren“, sagt er. Komplettiert wird das Wochenende durch das Hip-Hop-Konzert „Pump up the Jam“ am Samstagabend. Ab 18 Uhr wird es von Musikern aus Guben, Dresden, Berlin, Jena und einige DJs passende Sounds geben.

Und selbst wenn die Graffitikünstler nach dem Wochenende abreisen, bleibt die Galerie bestehen. Geplant sei, dass die Teilnehmer des 2. Internationalen Kunstsymposiums einen Rundgang über das Gelände machen, so Reichert.