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Neue E-Tankstelle am Lindenplatz

Auf dem Lindenplatz gibt es jetzt die erste öffentliche E-Tankstelle in Forst. Daniel Schmidt (r.) erklärt Jens Handreck und Heike Korittke die Funktionsweise.
Auf dem Lindenplatz gibt es jetzt die erste öffentliche E-Tankstelle in Forst. Daniel Schmidt (r.) erklärt Jens Handreck und Heike Korittke die Funktionsweise. FOTO: kkz
Forst. Der Lindenplatz ist wieder Parkplatz. Bei der feierlichen Übergabe erklärt der stellvertretende Bürgermeister Jens Handreck stolz: "Trotz einiger kleiner Hürden waren die Bauarbeiten pünktlich vor Himmelfahrt beendet. Katrin Kunipatz

" Entstanden sind insgesamt 55 gebührenfreie Stellplätze. Geplant waren ursprünglich 60. Man habe sich für 2,50 Meter breite Stellflächen entschieden, so Heike Korittke, Verwaltungsvorstand Bauen. Fünf Parkplätze seien weggefallen und dafür schmale Fußwege auf dem Platz möglich geworden. Von den 55 Stellflächen sind zwei für Behinderte reserviert, sechs Kurzzeitparkern vorbehalten und zwei der Ladestation für Elektroautos zugeordnet.

Ein E-Auto war es auch, das am Dienstag als erstes auf den neuen Parkplatz rollte und an der Ladesäule hielt. "Es ist die erste öffentlich zugängliche Ladestation in Forst", sagt Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Stadtwerke Forst. Die beiden anderen befinden sich an der Lausitz Klinik und der Villa Neiße. Daniel Schmidt von den Stadtwerken erläutert die Funktionsweise: Ladekarteninhaber können die Station mit einer Chipkarte und ab kommender Woche auch per Handy-App freischalten und ihr Auto "betanken". Die Stadtwerke Forst haben die Station bezahlt, an der gleichzeitig zwei E-Autos geladen werden können. Zwei weitere dieser Doppelladestationen sollen auf dem Rosengarten-Parkplatz und an der Kreisverwaltung entstehen, so Wolfgang Gäbler. Neben der E-Tankstelle für Autos gibt es auf dem Lindenplatz auch drei Schließfächer mit je zwei Steckdosen. "Hier können Fahrradtouristen aber auch E-Rollstuhlfahrer ihre Akkus aufladen", sagt Heike Korittke. Und während die Autofahrer für den Strom bezahlen, ist er für die Fahrradfahrer frei.

Insgesamt 300 000 Euro kostete die Erneuerung des Lindenplatzes. Ohne Fahrzeuge sah die Fläche am Dienstag recht nüchtern aus. Die 25 jungen Silberlinden können dem Asphalt nur wenig entgegensetzten und spenden kaum Schatten. "Ganz Forst versteht nicht, warum die Linden weg mussten", sagt eine Passantin.

Umweltplaner Andreas Dubrau und Heike Korittke verweisen auf das Kurzgutachten von Baumdoktor Lohmann. Er habe festgestellt: Die Bäume sind erhaltenswert. Entsprechend wurde geplant. Um die Wurzeln zu schonen, habe man den neuen Parkplatz höher gelegt und Brücken für die Baumwurzeln vorgesehen, so Andreas Dubrau. Erst beim Aufnehmen des alten Pflasters sei klar geworden, dass die kräftigen Haltewurzeln direkt unter der Oberfläche verlaufen und nicht in 20 oder 30 Zentimeter Tiefe. Die projektierten Lösungen waren hinfällig. Einzige Möglichkeit, das Wurzelwerk und damit die alten Linden zu erhalten, wären halb so viele Stellplätze gewesen. Die Stadtverordneten entschieden sich mit knapper Mehrheit für das Fällen. Positiver Nebeneffekt: Unter den neuen Silberlinden verkleben die geparkten Autos nicht.