Riesige Isolatoren, Transformatoren und dicke Kabel - das Umspannwerk Döbern erinnert mit seiner Technik an die Ausstattung eines Raumkreuzers aus einem Science-Fiction-Film. Doch was nach Zukunft aussieht, ist bereits Vergangenheit, wie Matthias Plass, Leiter Netzregion Brandenburg, erläutert. Bereits im kommenden Monat soll am Döberner Weg 3 ein neues Umspannwerk gebaut werden. "Die Anlage ist nich mehr in der Lage, den Strom aus den sich stark entwickelnden Erneuerbaren-Energie-Anlagen aufzunehmen", so Plass. Dazu zählen etwa die Solaranlagen auf dem früheren Flugplatz Preschen.

Der Diplom-Ingenieur kann mit weiteren Zahlen belegen, womit sich die Netzbetreiber derzeit auseinandersetzen müssen. Denn auch viele kleinere Anlagen werden gebaut. In Spree-Neiße ist die installierte Leistung für Solarenergie im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr um etwa die Hälfte gestiegen.

Herausforderung Solarenergie

Damit wird die Solarenergie in der Region zur größten Herausforderung für die Netzbetreiber. "Die Einspeisung nach EEG-Gesetz ist deutlich schneller als die Netzbetreiber hinterherkommen", so Plass. Bei der wachsenden Menge kommt es dazu, dass aus Gründen der Netzsicherheit die Einspeisung im Jahr 2011 genau 49 Mal kurzzeitig reduziert werden musste. Im noch nicht zu Ende gegangenen ersten Halbjahr geschah das bereits 45 Mal. Doch trotz der notwendigen Abschaltungen muss der nicht eingespeiste Strom den Lieferanten laut Gesetz vergütet werden, so die Netzbetreiber.

Puffer sind notwendig

Perspektivisch seien größere Puffer in den Netzanlagen nötig, um die Energiewende zu schaffen. Deshalb wird nun auch in Döbern investiert. Derzeit laufen laut Plass die Ausschreibungen für das Umspannwerk, dass ab Juli direkt neben dem noch stehenden Bau entstehen soll. "Lediglich die beiden Großtransformatoren werden wiederverwendet und in die neue Anlage umgesetzt", erklärt der Leiter der Netzregion. Für die alte Anlage kommt das zum Ende des kommenden Jahres. Wenn die Arbeiten am neuen Werk abgeschlossen sind, soll die alte Anlage abgerissen werden.

Neben der Investition in Döbern wird auch in die Modernisierung der Spannungsnetze im Landkreis investiert.

So werden in Spree-Neiße etwa zunehmend Freileitungen durch neue Erdkabel ersetzt. In Drieschnitz-Kasel wird bis Ende 2012 ein Kilometer Mittelspannungskabel verlegt. Dafür werden Freileitungen zurückgebaut. Zudem errichtet der Netzbetreiber eine neue Trafostation. Insgesamt werden dafür 134 000 Euro investiert.