ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:33 Uhr

"Natürlich trage ich die sorbische Festtagstracht"

Rosi Tschuck ist ins Schloss Bellevue eingeladen.
Rosi Tschuck ist ins Schloss Bellevue eingeladen. FOTO: abh
Rosi Tschuck, Domowina-Ortsgruppenvorsitzende in Jänschwalde, ist heute Gast beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Joachim Gauck. Wir sprachen mit der 51-jährigen Altenpflegerin und Mutter zweier Kinder.

Frau Tschuck, mit welchen Erwartungen haben Sie sich auf den Weg nach Berlin gemacht?
Ich bin ganz gespannt auf das Schloss Bellevue und auf die vielen interessanten Leute, die ich dort treffen werden. Natürlich hoffe ich darauf, Verbindungen zu knüpfen und Tricks und Kniffe der anderen ehrenamtlich Tätigen zu erfahren.

Weil es nicht leicht ist, neben der Arbeit ein Ehrenamt auszufüllen?
Allein geht das sowieso nicht. Man braucht immer ganz viele Helfer. Aber die haben wir.

Was zeichnet Jänschwalde aus?
Die Lage zwischen Tagebau und Kraftwerk ist schwierig. Aber Jänschwalde ist ein sorbisches Dorf, in dem die Traditionen lebendig sind und die Sprache gesprochen wird.

Wie ist das gelungen?
Es gab einen Tiefpunkt nach der Wende. Aber inzwischen leben hier viele junge Leute, die sich mit der Heimat verbunden fühlen, gern bleiben und ihre Kinder hier aufwachsen sehen möchten.

Was macht den Ort interessant?
Das Sorbentum, die Tradition und Verbundenheit. Bei der 140. Fastnacht im vorigen Jahr war das ganze Dorf auf den Beinen. Und die Alten, die nicht mehr gut zu Fuß sind, haben den Kuchen gebacken.

Was hat Sie besonders gefreut?
Neben der Fastnacht ist da das Sorbische Festival im August 2016 mit fast 8000 Besuchern. Das wirkt nach. Leute, die sich dort getroffen haben, haben Beziehungen aufgebaut.

Und wie soll es weitergehen?
Wir wollen die Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas entwickeln. Es ist doch schön, wenn die Kinder ihr Programm zum Hahnrupfen zeigen.

Eine Frage zur Kleiderordnung. Was tragen Sie zum Empfang?
Natürlich die sorbische Festtagstracht.

Können Sie die allein anziehen?
Eben nicht. Deshalb habe ich auch nicht meinen Mann, sondern meine Schwester Angelika Friedack mit noch Berlin genommen.

Mit Rosi Tschuck sprach

Ulrike Elsner