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| 15:08 Uhr

Affengehege Jocksdorf
Tiermütter schweben auf Wolke Sieben

Keck riskiert der Mini-Katta einen Blick beim Fototermin.
Keck riskiert der Mini-Katta einen Blick beim Fototermin. FOTO: Angela Hanschke
Jocksdorf. Im Affengehege Jocksdorf gibt es wieder Nachwuchs. Selbst die schon etwas Größeren wiegen manchmal nur so viel wie eine Tafel Schokolade.

Die possierlichen Kattas zu den Lieblingen der Besucher. Neben Charlotta, die für Kattas das beinahe biblische Alter von 25 Jahren erreicht hat, sind im großzügig zugeschnittenen Gehege auch Katta-Männchen Cobu, die aus Wittenberg stammende Leila und ihr Halbbruder Gismo zu Hause. Leila und Cobu – wie sein Name verrät, ein waschechter Cottbuser – haben nun zur Freude der Mitglieder vom Zoo-Verein für Nachwuchs gesorgt. Sybille und Zoogründer Stefan Mai bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Dennoch: Diese Blitzgeburt am Morgen des 9. Juli kam auch für die erfahrenen Tierpfleger völlig überraschend. „Nichts hat auf eine Trächtigkeit hingedeutet.“ Fangenspiele gehören zum morgendlichen Ritual der Äffchen mit dem langen geringelten Schwanz. Eine Stunde nach dem „Frühsport“ war der Nachwuchs da. Nur ein kleines geringeltes Schwänzchen verriet seine Anwesenheit. Leila ist eine vorsichtige, ausgeglichene Mutter. Bei den Kletter-Spaziergängen schützt sie ihr Junges fürsorglich mit einer Hand. Geduld ist gefragt, um es zu entdecken. Ihren imposanten Schwanz tragen die Kattas wie eine elegante Stola über den Rücken gelegt. Gar nicht einfach, damit nun noch ein Baby zu umhüllen. Die junge Mutter schwebt im siebten Himmel. Deutlich ist das Schnurren zu hören, mit dem Leila ihre Zufriedenheit zeigt. Der noch namenlose Winzling wiegt inzwischen knapp 100 Gramm. Er ist ihr erstes Kind und gleichzeitig die erste Geburt eines Kattas in Jocksdorf. Bei den Kattas haben die Frauen das Sagen. Und in der Babypflege sowieso. Leila hält daher nicht nur Gismo sondern auch Kindes-Vater Cobu mit deutlichen Warnlauten auf Abstand. Nun haben die beiden Katta-Männer respektvoll in einer entfernten Ecke ihr gemeinsames Schlafquartier bezogen. Auch in drei weiteren Affenfamilien werden Junge aufgezogen. Die beiden Zwillingspaare bei den Lisztaffen und ein weiteres Doppel bei den Rotbauchtamarinen haben sich prächtig entwickelt. Ebenso  „Floh“, jüngster Spross bei den Bennett-Kängurus Bella und Großmaus. Er geht inzwischen eigene Wege und liefert sich manch Boxkampf mit seinem älteren Bruder Skippi. Bella ist erneut „guter Hoffnung“.

Bei den Indischen Hutaffen ist „Weiberwirtschaft“ angesagt. Sechs Frauen und zwei kastrierte Männchenleben in der Wohngemeinschaft. Gern würden die Zoobetreiber einige „Mädels“ gegen ein Männchen tauschen, um wieder eine Zucht aufzubauen. Doch Hutaffen sind inzwischen in zoologischen Einrichtungen ausgesprochene Raritäten.

Die Lachtauben sind noch emsig beim Brüten, während Goldfasan Franz II. während der Mauser seine prächtigen Schwanzfedern verloren hat. Die diesjährige Familienplanung ist abgeschlossen. Lediglich ein Küken schlüpfte.

Die Meerschweinchen hingegen haben sich als ausgesprochen fruchtbar erwiesen. Neun braune Männchen flitzen als Rasenmäher durch den Garten der Familie Katta. Eine komplette Nagerfamilie lebt bei den Rotbauchtamarinen zur Untermiete.

Hoffnungsvoll betrachten die Tierpfleger die beiden Goldkopflöwenäffchen. Elli und ihr jugendlicher Gefährte Spitzi sind inzwischen ein Paar.

Ein weiteres Duo wird in wenigen Tagen in Jocksdorf einziehen. Vier kostbare „Goldis“ – eine echte Sensation für die kleine zoologische Einrichtung in Jocksdorf. Jüngst zog eine chinesische Dreikiel-Schmuckschildkröte im Affen-Zoo ein, die auf Wanderschaft in der Forster Ringstraße angetroffen wurde. Auch bei den zwei Alpakas wurde täglich mit Zuwachs gerechnet. Nicht die weiße großäugige Carmen, sondern ihre Tochter Mara machte das Rennen und brachte am Montag einen kleinen braunen Alpakahengst zur Welt. Er trägt den Namen Gerhard. Der 18-jährige Gerhard Wirth aus dem bayerischen Landshut hatte innerhalb eines Freiwilligen Ökologischen Jahres im Affen-Zoo Jocksdorf gearbeitet und wurde schnell zur rechten Hand des Vereinsvorsitzenden Stefan Mai und dessen Ehefrau Sybille. Inzwischen hat er ein Biologiestudium aufgenommen. Der Affen-Zoo kann im Sommer täglich von 10 bis 18 Uhr besucht werden (Donnerstag Ruhetag).