Eine goldene Damenarmbanduhr gehörte zu den wertvollsten Stücken, die im vergangenen Jahr im Forster Fundbüro abgegeben worden sind. „Insgesamt haben wir 125 Fundstücke verwaltet“, sagt Corinna Freer, Fachbereichsleiterin Bürgerservice in der Forster Stadtverwaltung. Das seien deutlich weniger Fundsachen als in den Jahren zuvor.

Die Erklärung dafür liefert die Expertin gleich mit: Dadurch, dass derzeit die Schwimmhalle wegen der Sanierung geschlossen ist, fallen die dort eingesammelten Fundstücke weg. Schmuck, Uhren oder Geldbörsen – beim Schwimmen und Planschen ist in den vergangenen Jahren schon einiges verloren gegangen.

Fahrräder aus dem Fundbüro werden versteigert

Schlüssel, Geldkarten, Dokumente und natürlich Fahrräder waren in den vergangenen zwölf Monaten die am häufigsten abgegebenen Fundsachen. Ein Teil davon ist laut Corinna Freer bereits vernichtet. Wenn die sechsmonatige Aufbewahrungsfrist überschritten sei, dann könnten die Fundsachen entweder entsorgt (Schlüssel, Ausweise) oder versteigert werden. Letzteres geschehe vor allem bei Fahrrädern, die noch fahrbereit sind. Die anderen gehen zum Schraubertreff als willkommene Ersatzteilquelle.

Knapp 40 Kauf- und Schaulustige kamen im vergangenen Jahr zur Versteigerung von Fund-Fahrrädern auf dem Innenhof des Alten Rathauses. Neben 24 Fahrrädern kam dabei auch ein Kindersportwagen der Marke „Zagma“ inclusive bunter Kuscheldecke und schwarzem Regenschirm unter den Hammer. Entsprechend dem Grundsatz „Gekauft wie gesehen“ wechselte rund die Hälfte der Zweiräder gegen sofortige Barzahlung in den Besitz des Höchstbietenden.

Grenzen der Detektivarbeit im Fundbüro

„Vor allem den Leuten, die ihre Ausweisdokumente verloren haben, fällt ein Stein vom Herzen, wenn sie diese bei uns wieder abholen können“, betont Corinna Freer. Sei der Eigentümer erkennbar, würde das Fundbüro von sich aus versuchen, Kontakt aufzunehmen, ergänzt sie. Auch bei Brillen, in der Regel nicht ganz günstige Sonderanfertigungen, sei die Wiedersehensfreude sehr groß – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Detektivarbeit habe allerdings ihre Grenzen. Beim eingravierten Vornamen im Goldring müssten die Mitarbeiter in der Verwaltung dann schon passen.

An eine ganz besondere Anfrage kann sich Corinna Freer noch gut erinnern. „Eine ältere Dame erkundigte sich, ob vielleicht ihr Gebiss abgegeben worden sei.“ Die Mitarbeiter des Fundbüros mussten in diesem Fall passen.